Breaking Bad – oder: Wie nutzt ein Cannabispatient seinen Masterabschluss in Biologie im Alltag?

Gestern hat mir ein treuer Leser dieses Blogs einen Gastbeitrag zukommen lassen, den ich sehr interessant finde und Euch keinesfalls vorenthalten möchte. Ich muss dazu sagen, dass der Verfasser des Artikels Cannabispatient ist und eine Ausnahmegenehmigung von der Bundesopiumstelle besitzt und diesen Text speziell für andere Cannabispatienten mit Ausnahmegenehmigung geschrieben hat. Vielen Dank Przepo!
Für alle anderen Leser dieses Blogs gilt: NICHT NACHMACHEN!!! Bitte beachtet die Gesetze in Eurem Land!

Als Cannabispatient bin ich nun bereits seit längerem auf der Suche nach einer geeigneten Konsumform für all jene, die ihren Cannabis weder rauchen noch verdampfen möchten oder können. Daher landete ich zwangsläufig bei der enteralen (d.h. oralen) Aufnahme meines Medikamentes (Konzepte zur intravenösen oder rektalen Applikation habe ich verworfen). Da jedoch sowohl Dosierbarkeit wie auch Wirkungsgrad z.B. beim Backen deutlich schlechter sind als bei inhalativer Aufnahme von Cannabinoiden kam mir (inspiriert von einem ähnlichen Fertigprodukt) die Idee, Tetrahydrocannabinol sowie andere Cannabinoide mit einem alkoholischen Kaltauszug wasserlöslich und damit trinkbar zu machen.

<strong>Abbildung 1</strong>: Notwendige Materialien

Abbildung 1: Notwendige Materialien

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Anleitung zur Durchführung eines solchen Kaltauszuges; diese wurde von mir bereits einige Male erprobt bzw. im Hinblick auf die Zusammensetzung verbessert. Der Wirkungsgrad der Tinktur ist sehr hoch, in Vergleichsreihen mit dem (sehr teuren) Fertigprodukt ist die Wirkung etwas stärker, zudem ist der Geschmack deutlich besser. Ich werde versuchen, nicht nur eine Anleitung im Sinne eines „Kochrezeptes“ zu geben, sondern auch die zugrunde liegenden Wirkmechanismen und pharmakokinetischen Prozesse für den interessierten Laien zu erläutern.

Die Vor- und Nachteile der oralen Aufnahme sind bereits an anderer Stelle vielfach diskutiert worden, meines Erachtens eignet sich die enterale Cannabisaufnahme vor allem für Personen, die auf die medizinische Wirkung über einen längeren Zeitraum angewiesen sind. Zudem unterscheidet sich der Charakter der pharmakologischen Wirkung von der entsprechenden Wirkung bei inhalativer Zufuhr von Cannabinoiden.

Um zu beginnen brauchen wir (siehe Abbildung 1):

• 5g Cannabis (hier Bedrocan), je hochwertiger die Qualität des Ausgangsmaterials, desto höher die Ergebnisqualität.
• Reinen Ethylalkohol (Ethanol, C2H5OH), unvergällt. Diesen bekommt man z.B. in der Apotheke. Lasst euch nicht vom Apotheker die Brandweinsteuer in Rechnung stellen, diese zahlt der Apotheker selbst ebenfalls nicht. Eine gute Alternative ist PrimaSprit 96%. Kostenpunkt: ca. 5€.
• Sojalecithin. Dieses ist ebenfalls in der Apotheke zu bestellen. Kostenpunkt: ca. 8-10€
• Polysorbat 80. Wieder in der Apotheke oder im Internet zu bestellen. Kostenpunkt: ca. 5 €
• Sesamöl. Alternativ gehen auch andere Öle mit geringem Eigengeschmack. Ich greife auf Sesamöl zurück, da dieses sowohl in einem Fertigprodukt namens Lecithol wie auch in Marinol als Trägersubstanz für THC genutzt wird.
• Eine Auflaufform sowie einen Backofen
• Eine Feinwaage
• Eine Mühle, um den Cannabis zu zerkleinern
• Einen Auffangbehälter mit Haarsieb
• Eine leere Pipettenflasche mit Schraubverschluss

<strong>Abbildung 2</strong>: E 322 & E 433

Abbildung 2: E 322 & E 433

Die Zusammensetzung des Extrakts begründet sich wie folgt: THC sowie andere Cannabinoide sind kaum löslich in Wasser, dafür aber teillöslich in Alkoholen sowie gut löslich in Fetten. Mittels des Alkohols und des Sesamöls lassen sich daher Cannabinoide aus dem Pflanzenmaterial lösen und binden. Da Öl und Alkohol sich jedoch kaum mischen lassen und um die Stabilität der Lösung zu erhöhen sowie die pharmakokinetischen Eigenschaften zu verbessern benötigen wir einige Zusätze. Dies ist zum einen Lecithin, ein grenzflächenaktiver Emulgator der uns die Erstellung einer Emulsion aus Öl und Ethanol ermöglicht und diese stabil hält. Zusätzlich erlaubt diese Emulsion eine erleichterte Aufnahme der Wirkstoffe durch die Darmschleimhäute. Lecithin ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff (E322). Zusätzlich verwenden wir Polysorbat 80, einen weiteren Emulgator, der die Stabilität der Lösung erhöht sowie die Bioverfügbarkeit verbessert. Polysorbat 80 wird als Arzneimittelzusatzstoff oftmals genutzt, da es die Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke für bestimmte Substanzen erhöht, sprich der Wirkstoff gelangt einfacher ins Nervensystem. Bei Polysorbat 80 handelt es sich ebenfalls um einen zugelassenen Lebensmittelzusatzstoff (E433).

1. Haben wir alle Materialien zusammen kann die Herstellung der Tinktur beginnen. Dazu stellen wir zunächst die Grundlösung aus den vorhandenen Materialien her.

Abbildung 3: fertige Trägerlösung

Abbildung 3: fertige Trägerlösung

Zunächst werden 3g Lecithin in 25ml Ethanol gegeben und durch rühren gelöst. Wir rühren dabei so lange, bis keine weitere Homogenisierung der Lösung festzustellen ist. Anschließend werden 12 ml Sesamöl mit 10 ml Polysorbat 80 vermischt und der alkoholischen Lösung zugegeben. Diese Lösung wird mittels Trichter in die leere Pipettenflasche gefüllt. Sollte sich zu diesem Zeitpunkt noch ungelöste Partikel in der Lösung befinden, schütteln wir so lange, bis wir eine milchige, homogene Lösung erhalten. Diese sollte aussehen wie auf Abbildung 3.

2. Diese lagern wir nun für einige Zeit, bis wir bereit sind, die Cannabinoid-Extraktion durchzuführen. Dabei bietet es sich an, die Lösung zu erwärmen, z.B. in einem kontrollierten Wasserbad. Dadurch wird zum einen die Mischung der bisherigen Komponenten verbessert, zum anderen steigern wir hierdurch den Lösungsgrad der Cannabinoide in der folgenden Extraktion. Die Temperatur des Wasserbades sollte dabei bei etwa 50-60° liegen (handwarm), keinesfalls höher (Siedepunkt von Ethanol: 78°C). Ein Beispiel ist in Abbildung 4 dargestellt.

Abbildung 4: Trägerlösung im Wasserbad

Abbildung 4: Trägerlösung im Wasserbad

3. Um nun anhand unseres selbst erstellten Auszugsmittels die Cannabinoid-Extraktion durchzuführen, müssen wir zunächst einen Zwischenschritt einlegen. Dieser ist die thermische Decarboxylierung der THC-Carbonsäure. Der psychoaktive Hauptwirkstoff THC liegt im Pflanzenmaterial in der Regel als THC-Carbonsäure (THC-COOH) vor; wir möchten nun die organische Säuregruppe von der THC-Carbonsäure abspalten und das THC in seine aktive Form überführen. Dieser Vorgang heißt Decarboxylierung und ist für die Wirkung der Tinktur von zentraler Bedeutung. Während dieser Vorgang beim rauchen, verdampfen oder backen des Pflanzenmaterials automatisch abläuft, führen wir diesen hier manuell durch. Da natürlich die Potenz der Tinktur stark vom Ausgangsmaterial abhängt, bietet es sich an, nur geeignete Cannabis-Blüten zu verwenden; von der Nutzung von Schnittresten etc. würde ich daher absehen.

An dieser Stelle kommen 5g Bedrocan zum Einsatz, dieses ist mittels Ausnahmegenehmigung in der Apotheke bezogen worden und hat einen mittleren THC-Gehalt von 19% (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Cannabisblüten zur Zerkleinerung

Abbildung 5: Cannabisblüten zur Zerkleinerung

Für die Decarboxylierung heizen wir zunächst den Ofen auf 120 °C bei Umluft vor. Diese Temperatur führt in einer Zeitspanne von 20 Minuten zu einer optimalen Umwandlung ohne unerwünschte Nebeneffekte. Dann zerkleinern wir den Cannabis z.B. anhand eines Messer oder einer Kräuter- oder Kaffeemühle. Letztere ist zu bevorzugen, da sich damit ein wesentlich feineres Ergebnis erzielen lässt; dieses hat direkten Einfluss auf die Potenz unserer Tinktur. Das Ergebnis sieht optimalerweise in etwa aus wie auf Abbildung 6 (Vorsicht, NICHT NIESEN!).

Abbildung 6 zerkleinertes Cannabis

Abbildung 6 zerkleinertes Cannabis

4. Dieses feine Cannabis-Pulver verteilen wir im Anschluss in einer kleinen Auflaufform (dies geht gut mittels eines Pinsels), am besten mit Backpapier, und stellen diese für die genannten 20 Minuten in den Ofen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Decarboxylierung im Backofen

Abbildung 7: Decarboxylierung im Backofen

Dieser Vorgang führt zu nicht unerheblicher Geruchsentwicklung, dennoch lässt sich Diese mittels ordentlichen Lüftens auf ein vertretbares Maß reduzieren. Nach den 20 Minuten im Ofen holen wir die Auflaufform heraus und füllen den Cannabis rasch (die Auflaufform ist noch heiß) in ein zum Schütten geeignetes Behältnis. Im Anschluss füllen wir den Cannabis dann mittels eines Trichters in die Flasche mit der vorbereiteten, warmen Lösung (ggf. Zahnstocher zur Hilfe nehmen) (Abbildung 8).

Abbildung 8: Einfüllen des Pflanzenmaterials

Abbildung 8: Einfüllen des Pflanzenmaterials

5. Im Anschluss verschließen wir die Flasche mit dem Schraubdeckel und schütteln die Flasche intermittierend für eine Dauer von etwa 10 Minuten. Eine längere Kontaktzeit ist zur Erzielung des gewünschten Ergebnisses nicht nötig und würde dazu führen, dass mehr unerwünschte Stoffe (z.B. Chlorophyll) gelöst werden. Wir stellen einen Auffangbehälter mit Haarsieb bereit und gießen die pflanzenmaterialhaltige Lösung durch das Sieb in den Becher (Abbildung 9).

Abbildung 9: Ausfiltern des genutzten Pflanzenmaterials

Abbildung 9: Ausfiltern des genutzten Pflanzenmaterials

An dieser Stelle ist es von zentraler Bedeutung, das Pflanzenmaterial wirklich kräftig auszudrücken (z.B. mittels eines Teelöffels) bzw. auszuwringen (z.B. mittels eines Teefilters) um die maximale Ausbeute zu erhalten und die Potenz der Tinktur zu steigern. Zu lange sollte dieser Arbeitsschritt nach Möglichkeit jedoch nicht dauern, da Ethanol flüchtig ist und recht schnell verdampft. Sind wir damit fertig, spülen wir kurz die Pipettenflasche aus, um übrige Pflanzenreste zu entfernen und füllen die Tinktur mittels des Trichters zurück in die Flasche (Abbildung 10).

Abbildung 10: Zurückfüllen der fertigen Tinktur

Abbildung 10: Zurückfüllen der fertigen Tinktur

6. Sollte daraufhin noch Platz in der Flasche sein, kann man an dieser Stelle mit geschmacks-modifizierenden Zusatzstoffen arbeiten. Dieses bietet sich auf Grund des Geschmacks der Tinktur an; dieser ist jedoch auch sonst zu ertragen. Ich habe in diesem Fall eine geringe Menge Likör 43 zugegeben, da ich meine Tropfen im Regelfall mit Milch einnehme. Zu Bedenken ist jedoch, dass wir natürlich die Tinktur damit verdünnen (d.h. die Potenz senken). Das fertige Ergebnis sollte dann in etwa so aussehen wie in Abbildung 11.

Abbildung 11: Fertiger Cannabisextrakt

Abbildung 11: Fertiger Cannabisextrakt

7. Mittels der Tropfpipette lässt sich von nun an eine beliebige Menge Tropfen jedem wässrigen Getränk beigeben, ich bevorzuge, wie gesagt, Milch auf Grund des guten Geschmacks und der zuverlässigen Wirkung. Wie auf Abbildung 12 zu sehen ist, mischt sich die Lösung gut mit der Milch; lediglich feine Schwebstoffe, die unser Haarsieb passiert haben, sind zu erkennen.

Abbildung 12: Tropfen in fettarmer Milch

Abbildung 12: Tropfen in fettarmer Milch

Zur Lagerung: Ich empfehle die Tropfen kühl, lichtgeschützt und trocken zu lagern. Bei mir stehen sie im Kühlschrank, die Homogenität der Lösung bleibt dabei weitestgehend erhalten und lässt sich andernfalls rasch durch Schütteln der Lösung wiederherstellen. Durch den hohen Alkoholanteil wird die Haltbarkeit zusätzlich erhöht.

Zur Dosierung: Die für die erwünschte Wirkung notwendigen Mengen variieren nach individueller Konstitution sowie Konsumerfahrung. Da ich als Cannabis-Patient einen Bedarf von etwa 1g am Tag habe und zudem ein Körpergewicht von 93kg vorweise, liegen die benötigten Dosen bei mir vergleichsweise hoch. Die teilweise im Internet berichteten Dosen von Tropfenzahlen im einstelligen Bereich bei der Verwendung ähnlicher Lösungen sind jedoch unrealistisch. Bei einer Konzentration von 5g in 50ml Auszugsmittel benötige ich etwa 110-120 Tropfen für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Daraus ergibt sich eine Dosis von ungefähr 1,3 Tropfen pro Kilogramm Körpergewicht, für eine durchschnittliche 70 Kg schwere Person wären wir also bei gut 90 Tropfen für Konsumerfahrene; Konsumunerfahrene sollten bei etwa der Hälfte beginnen.

Abschließend sei gesagt, dass ich natürlich keinerlei Haftung für Selbstexperimente, Überdosierungen etc. übernehmen kann; mittel- bis langfristig dürfte es zumindest auf Basis der verwendeten Auszugslösung keinerlei unerwünschten Wirkungen geben. Für die Zukunft plane ich eine Testreihe mit Glycerol statt Ethanol als Alkohol (geeignet für Kinder, Alkoholiker..), dies sollte theoretisch auch funktionieren. Ich wünsche jedem experimentierfreudigen Patienten viel Spaß beim Ausprobieren!

Przepo

33 Gedanken zu “Breaking Bad – oder: Wie nutzt ein Cannabispatient seinen Masterabschluss in Biologie im Alltag?

    • Bei Olivenöl sollte man aber bedenken, dass es aufgrund der Ungesättigten Fettsäuren mit dem Luftsauerstoff reagiert. Ein reaktionsärmeres Öl ist meiner Meinung nach besser geeignet,

    • Hi, wie sieht es denn mit Öl aus Hanfsamen aus? Ist ja auch schon so recht gesund und ich denke mal wer Cannabis aus der Apotheke nutzt, ist mit Sicherheit nicht allergisch gegen Hanföl. Toller Bericht, nur schade das in Deutschland, Österreich und der Schweiz sich niemand ohne großem Bürokratischem Aufwand so helfen darf. Alles gute dem Autor und euch allen ein gesundes Neues Jahr, auf das Cannabis bald legal wird.

      • Ernährungstechnisch zu empfehlen.
        Da Hanf jedoch eine Pflanze ist, die aus sehr gut schwernetalle aus böden adsorbiert, sollte hier auf ökologische erzeugung zwecks dieser schwermetalle und jener die durch eventuelle PSM-Maßnahmen vermehrt in den Samen enthalten seien könnten.

        Allerdings finde ich persönlich, dass dies vermutlich ein einfluß auf den geschmack des extrahierten medikanemnts hätte (ich nehme an es würde „nussiger“ schmecken).
        Allerdings ist dies, genau wie alle vorher geäußerten Kommentare, zumindest meinerseits, spekulativ/theoretisch.
        Ich persönlich verfüge über keine evaluierten Daten hierzu.

        lG
        http://www.zentrum-der-gesundheit.de/hanf-ia.html

      • Antioxidative Wirkstoffe und Vitamine/-säuren (CBDa’s+THCas) werden sicherlich genau wie die meisten noch enthaltenden Eiweße aufgrund des Temperatureinflußes bei der Extraktion zerstört.
        Insofern vermutlich Geldverschwendung; bzw. eher ideelle statt funktionale unkosten..
        lG
        lG

      • -wie von Mobo erwähnt, ein Möglichst hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren für jeden Vorgang jedem dem Ohnehin über 100Grad (bzw. >65Grad))erhitzt wird zu empfehlen, aufgrund der Oxidationsfreudigkeit; aber ich denke auch aufgrund der Haltbarkeit des gewonnenen Endproduktes;
        für die Ernährung sicherlich genau andersrum. Und hier machen dann auch Kaltextrahierte Öle wieder Sinn. Aus ökonomischer und funktionaler Sicht.

  1. Ähem… 110 – 120 Tropfen? Dann machst du i.d.R. aber kein solches Mischverhältnis ja? Da wärst du ja ziemlich lange dran zu zählen. Bzw. bräuchtest diverse Spritzer um die Dosis zu erreichen…

    • Nein, das Mischverhältnis ist auch sonst so. Da ich weiss, wievielen Tropfen eine volle Pipette entspricht, mache ich das im Regelfall so, dass ich 4 volle Pipetten nehme (das sind 4 x 30 Tropfen bei meiner Pipette). Dann geht das ganze auch schnell und man zählt nicht ewig ab.

  2. Es gibt sicherlich auch Leute die auf Olivenöl allergisch reagieren;
    bzw. auf Marijuhana/öl oder derren Derrivate.
    In diesem Fall sollte man vielleicht das Medikament wechsel/Applikationsmethodiken wechseln.

    Ich finde den Text sehr gelungen, allerdings hättest du noch eine kleine Anmerkung zum Errechnen der durchschnittlichen Konzentrationen (wenn sich je nach Angabe des gemittelten Ausgangsmaterial (in deinem Fall 19%THC)- sicherlich (abhängig von der Menge/Masse an Flüssigkeit die man herstellen würde)- und der Flüssigkeit die nach dem Vorgang noch vorhanden ist- einfügen können.
    Dann hätten deine Auf Tropfenanzahl bezogenen Angaben auf medizinisch für viele Menschen einewn Nutzen (wenn du deine Indikation erwähnt hättest).

    Dennoch finde ich ein Super Text, dafür dass er Deutschsprachig ist, vielleicht sogar ein kleiner „Meilenstein“.

    Frohes Fest

    • Hej, vielen Dank für dein Lob, ich habe mich sehr gefreut. Eine entsprechende Rechnung kann ich natürlich noch

      nachträglich einfügen, das Problem ist jedoch, dass diese nur Modellcharakter haben kann, da mir eine entscheidende Variable fehlt.

      Beispiel: Wir haben 5g Bedrocan mit einem THC-Gehalt von 22% in 50ml Gesamtlösung (die neue Charge Bedrocan hat 22% THC), das entspricht einer Gesamt-THC-Menge von 1,1g in 50ml Lösung. Daraus ergibt sich eine Menge von 0,022g oder 22mg THC pro ml Lösung. Ein ml entspricht dabei in etwa 20 Tropfen, d.h. ein Tropfen enthält 1,1mg THC. Bei einer Dosierung von 100 Tropfen nehme ich also 110mg THC zu mir; dies ist ein recht hoher Wert, der deutlich von den Angaben in der Literatur variiert. Der Grund hierfür ist das oben erwähnte Problem der fehlenden Variable. Diese ist der Lösungsgrad des im Pflanzenmaterial enthaltenen THCs, d.h. wir wissen nie genau, zu welchem Anteil das im Pflanzenmaterial enthaltene THC tatsächlich in Lösung geht. Dementsprechend lassen sich ohne weitere Messungen keine Angaben zur absoluten THC-Menge der Lösung machen.

      Zur Indikation: Ich habe meine Ausnahmegenehmigung auf Grund einer Multiplen Sklerose mit einer therapieresistenten Spastik der Extremitäten und einem neuropathischen Schmerzsyndrom. Von einer Dosisfestlegung a.G. der Diagnose würde ich jedoch vehement abraten, da die erforderliche Dosis von zu vielen anderen Faktoren moderiert wird.

      Viele Weihnachtsgrüße an euch alle!

      P.S. Von Hinweisen, a.G. der Spastik einen CBD-reicheren Strain zu nutzen, bitte ich abzusehen; ich bin mir durchaus bewusst, dass eine hypertone Muskulatur klassischerweise eine Indikation für die Nutzung von Cannabidiol ist.

  3. Hallo
    Ich habe eine Frage bzgl. der Menge Weed. Wenn ich jetzt anstat 5 g , 10g nehme aber der Rest in der angegeben Menge bleibt, bräucht ich dann für einen 70 kg mann dann auch die hälfte der Tropfen???
    LG weedster

    • Theoretisch sollte das funktionieren, ABER: Ich weiss nicht, wie gesättigt die Lösung schon mit THC ist d.h. ob diese noch weiteres THC lösen kann. Ich denke nicht, dass man die vollständig doppelte Potenz erreichen kann.. käme aber auf einen Versuch an.

  4. http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6slichkeit

    Ein sehr oberflächlicher Link;
    Man sollte abhängig vom gewählten Lösungsmittel und der gewählten Temperatur bei der temperaturabhängigen Decarboylierung sicherlich abgesehen vom Zeitpunkt auch die eigentliche Menge/Masse des Lösungsmittels beachten.- da eine „Über-sättigung“ bei mehr Masse später erfolgt;
    und bei der Reduktion der Flüssigkeit (insofern reduziert wird) weniger darin gelöste Wirkstoffe verdunsten (was wieder abhängig von der Länge der Reduktion wär und der vorher zum Decarboylieren gewählten Temperatur).
    Höhere Temperaturen werden ja ohnehin leichter unter Druck erreicht.

    Am besten; vielversprechenstren ist es sicherlich sich an seinen Apotheker zu wenden: der eventuell bessere Möglichkeiten hat (z.B. Nach der Extraktion einen Wirkstoffnachweistest der extrahierten Flüssigkeit nach der Extraktion mitteln).

    Ich wollte nochmals bemerken, dass ich den Text für gelungen halte;
    Aber den vorgang hinischtlich reproduzierbarkeit für Laien als schwierig empfinde-
    abgesehen vom juristischen Status in den Cannabinoide und Menschen die diese Nutzen fallen; daher sollte sich die Deutsche Bundesregierung nochmals darum bemühen nicht nur auf eine Mangelnde Datenlage hinzuweisen- sondern auch für ihre schwerbehinderten und gesunden Bürger im Interesse der Bürgger solche Forschung zu fördern, statt über repressive Zulassungskriterien und Genehmigungsverfahren die Entwicklung, die Forschung und den Zuganbg zu cannabishaltigen Medikamenten zu erschweren/blockieren/verhindern.

    Ein schönen zweiten Advent!

    • Hej, tut mir Leid, ich habe deinen Beitrag jetzt mehrfach gelesen, verstehe aber immernoch nicht, was du damit aussagen willst (auch auf Grund von Orthographie / Grammatik).. ist nicht böse gemeint, vielleicht erklärst du es nochmal anders?

      Zu der Sache mit dem Apotheker: Das kannst du im Regelfall vergessen, da die Apotheker weder wissen, wie der THC-Gehalt bestimmt werden kann, noch über die nötigen Geräte verfügen. Meines Erachtens ist das aber auch gar nicht nötig, da ich im Falle einer Ausnahmegenehmigung niemandem darlegen muss, welche THC-Dosen ich mit jeder Applikation zuführe. Es handelt sich dabei schließlich um eine medizinisch begleitete SELBSTTherapie. Viele Grüße

      P.S. Der zweite Advent ist schon ein bisschen her 😉

      • Ich wollte darauf aufmerkssam machen, dassman in einem offenen Gefäß, schwerlich die Menge der verdunsteten Terpene und Cannabinoide verhindern kann.
        Und dass wenn man in der Lage wäre mehrfach mit verschiedenen Temperaturen genau zu extrahieren, man dann auch z.B nur CBD oder nur THC extrahieren könnte.
        Dann könnte man die Tinkturen nach bedarf vermengen und dosieren.

        Ich denke, dass es abhängig von Applikationsform und Tagesform eines Patienten ohnehin zu schwankungen in der Dosis kommt (erst recht bei relativ schnell abbaubaren Wirkstoffen) und daher eine Nachdosierung sicherlich in vielen Fällen nützlich ist.
        Wenn man aber z.B. wie oft in amerikanischer oder canadischer presse gesehen, Kinder mit Epilepsie oder irgendwelche chronischen Tremore damit behandelt- doch eine gewisse Dosiskontinuität von Wichtigkeit sein kann.

        Dassi ist sicherlich von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich;
        da ja auch nicht jeder einen regelmäßigen Einsatz vion Cannabis als Medizin wünscht/verlangt- andere es wiederrum brauchen.

        Dass mit dem Apotheker sollte eigentlich nur ein Hinweiß darauf sein,
        -es sind neben Dronabinol auch Rezepturarzneimittel als Ölige Tropen (Sesamölbasis) und Alkoholischen Auszüge verfügbar- diese werden dann z.B. aus Bedrocan von deinem Apotheker gefertigt.

        lG

  5. Ahhh, jetzt hab ich alles verstanden und stimme deinem Posting bedingungslos zu.
    Zu den Rezepturarzeimitteln: Woher bekommt denn in diesem Falle der Apotheker das „Rezept“ für die Medikamente? Würde mich mal interessieren.

    • Hallo- In diesem Fall hat der entsprechende Patient eine Ausnahmegenehmigung von einer von Fagron importierten medizinischen Cannabissorte (http://www.bedrocan.nl/deutsch/startseite.html)- aus denen dann jene Arnzeimitttel produziert werden (z.B. alkoholischer Auszug zum Inhalieren über Vap oder Pariboy)- in der entspredchenden Apotheke.
      Dafür brauch die Apotheke eine Liozenz Cannabis vertreiben zu drüfen (einmalig) und der Apotheker Mut und Erfahrung. Achso un der Patient ne Menge geld- da ja bedrocan so schon nicht kostenlos ist (mindestens 14,40€/g)- bei extraktionen wird dementsprechend viel benmötigt.

      Cannabinoidmedizin bleibt nicht nur Frage von Genehmigung, sondern vorallem von fianziellem Standtpunkt……
      Leider.

      lG

      Marc Hanke

  6. Pingback: Lecithol und die Erfahrungen

  7. Es gibt auch die Möglichkeit der Herstellung von RSO (Rick-Simpson-Oil) als alkoholichem Auszug-
    als Extraktionsmittel Wundbenzin, daher niemals über Flamme und unter Druck- mit Liebigkühlung abkondensieren zu lassen.
    Wir wissen alle, Gase und Alkohle in Verbindung mit Feuer- keine Gute Idee- auch indirekt, da durch verdunstende Bestandteile explosionsgefahr bestünde.
    Hierbei wird daher z.B. mithilfe einer kleinen digitalen Heizplatte bei 30-35 °C das Ausgangsmaterial zum sieden gebracht und das Kondensat in einem Gefäß aufgefangen.
    Der Vorteil dieser Methodik ist,
    dass die THC-Säuren und CBD-Säuren nicht zerstört (decarboxliert) werden, und das Endprodukt im Verhältnis zu anderen Extraktionsmethoden weniger psychotrop wirkt.

    Vielleicht für Bedrocan-Patienten eine interessante Alternative,
    wenn diese auf diverse Fette wie Cacao, Sesam, Cocos allergisch reagieren.

    Genaueres zu Wundbenzin, erhältlich in jeder Apotheke.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Petrolether

    Liebe Grüße

  8. Eine weitere Möglichkeit bietet Hexan. Dieses gesättigte polare Lösungsmittel, sei dazu auch im Gegensatz zu Petrolether geschmacksfrei- kein Restgeschmack von Petrol bzw. Benzin im Endprodukt.
    Zudem liegt der Siedepunkt unter Normaldruck bei rund 69 °C, womit es sich gut als Extraktionsmittel eignen würde. Da es polar ist würden nur ätherische Öle und Flavinoide extrahiert, und das Endrodukt wäre zudem wesentlich heller in der Farbgebung. Es wird industriell z.B. zur Extraxition von Lavel- oder Citrusessenzen verwendet.

    Liebe Grüße

    Marc Hanke

    Mitglied im SCM (Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin)

    http://de.wikipedia.org/wiki/N-Hexan

  9. danke für die anleitung!
    wie wird das soja lecitihin im alkohol gelöst? mein granulat macht das nicht richtig mit… in wasser hingegen geht besser, ist aber unerwünscht
    wie ist der author auf das verhältnis von ethanol und lecithin gekommen?

  10. Hallo,

    ich bin ein Ausnahmepatient und möchte meine Medikation nutzen, ohne high zu werden. Ist es richtig, das sich das Delta-THC beim erhitzen im Ofen(120Grad), erst umwandelt in den psychoaktiven Stoff: THC.

    1)Aber ist die ursprungs-Variante ebenso wirksam?

    2) Wenn ich reines CBD extrahieren will, dann erhitze ich das Cannabis ebenso?

    3) Was passiert, wenn ich das erhitzen weglasse?

    • Hallo

      Das würde mich auch mal interessieren als Patientin mit Sondergenehmigung. Die neue Sorte Bedrolite welche Temperatur ist im Backofen dafür die beste? Und wie lange? Bedrolite enthält fast nur CBD.

  11. Bedrolite en thält ca 1%THC und 9% CBD. Es sind aber natürlich auch noch andere Cannabinoide enthalten. Denn es gibt (derzeit nachgewiesen) etwas über 120 verscbiedene. Daher ist es nicht richtig, dass eine Extramtion aus Bedrolitegranulat nicht psychoaktiv wäre- ich sage lieber psychjotrop wäre- und dies wäre zudem,Konzentrationsabhänig.

    Es ist richtig dass saure Formen von Cannabinoiden in neutrale übergehen- durch decarboxlierung beim erhitzen.
    Die Folge ist dass die Gehalte an z.B CBDa sinken würde und CBD steigen- THCA sinken würde THC steigt, THCVa sinken würde THCV steigt CBNa sinken würde CBN ansteigt usw…

    Inwiefern der Anstieg dann eine psyotrope Reaktion im Patienten bei der Einnahme bzw. auch die gernelle EInahme von Bedrolite (als Präperat zum inhalieren, Tee, extraktion Öl oder BHO et c) auf einen Patienten psychorop oder psychoaktiv wirkt- ist ja individuell und auch eine gewöhnungsfrage.
    Und man hat definitiv bei jedem Medikament eine Gewöhnung- sonst gäbe es ja keine Eingewöhnungsphase in denen dann auf die „richtige Dosis“ aufdosiert wird.

    Um zum Punkt zurückzukommen CBD benötigt niedrigere Temperaturen zur Extraktion als THC.
    Und mit einfachen technischen Geärt ist es nicht möglich eine cannabinoidspezifische Extraktion durchzuführen, dass funktioniert ohn entsprechende Technik und auch Labortechnik zum Untersuchen der Extrakte/Öle nicht.

    Die Temperatur unter Druck ist niedriger- als in einem geöffneten Gefäß:
    Ohne dass jetzt nachgeshlcagen zu haben meine ich um die 160 Grad für CBD und um die 175 für THC aber dass sollte man entsprechend recherieren (z.B. in phytoinhalationsbüchern, pder im oxford handbook of cannabis – wo auch pharmakologisch alle wichtigen formen aufgezählt sind (aktuell wohl beste standartwerk).-unter Druck In Öfen wie auch bei Tees sicherlich zwischen 100 bis 140 Grad.

    Hierzu ein LINK ein deutschsprachiger- auf engl findet man hierzu wesentlich mehr,, Informationen auch beim SCM (Selsbthilfenetzwerk-Cannabis-als Medizin oder dem ACM/IACM e.V). Von Herr Grotenhermen ist außerdem ein neues Buch erschienen, davon abgsehen ist das O xford Handbook of Cannabis (Pharmatoxology) wirklich zu empfehlen und einen Kauf wert..

    http://hanfjournal.de/2014/06/03/temperaturen-und-zeiten-fuer-die-aktivierung-von-thc/

    Aber wiegesagt- ob Cannabis psychotrop wirkt, sollte man nach der Extraktion testen. Und Ich denke mal wenn dass vorher bei einem der Fall war, wird dass auch hinterher so sein- bzw. wenn es nicht so war dann auch hinterher nicht.

    Es wird Zeit dass unsere Politik hierfür die notwendigen Schritte einleitet- um jedem Patienten (z.-B. durch Abgabe von Cannabis in der APotheke oder durch eine Bestellung die krankenkassen finanziert ist- zur Herstellung von Rezepturarznei durch den Apotheker oder in entsprechenden Kollektiven mit Aufwandskostenaufteilung) eine konstante Versorgung mit ihren Medikamenten auch praktisch zu ermöglichen.

  12. Fehlt bei der Anleitung nicht die Pfefferminze? Ich habe mir im Online Shop mal bestellt. Da wird an der Flasche auch die Pfefferminze verwendet. MfG

    • Ich denke das Minzöl wurde nur für einen “besseren“ Geschmack hinzugefügt. Aber genau weiß ich das nicht. Mag auch sein das es einen gewissen synergetischen Effekt aufweist.

      Liebe Grüße

  13. Hallöchen!
    Ist echt super das Grundrezept!
    Aber wäre es nicht sinnvoller für einen höheren Extraktiongrad in dieser kurzen Kontaktzeit (10min) , einen höheren Alkoholanteil zu berechnen und den Anteil Öl und Polysorbat80 zu senken?

    Z.b.: 37ml Alkohol 96,6% ( ca. 70 % alc der fertigen Lösung (ca.20% mehr als die Ausgangsrezeptur))
    5ml Öl, 5ml Polysorbat80 und die guten alten 3g Lecithin.

    Ein gutes oxidationsstabileres Öl wäre z.B. MCT-Öl. Es ist zwar etwas teurer aber dafür Geruchs- und Geschmacksneutral, im Gegensatz zum Olivenöl.

    Liebe Grüße!

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