„Die Linke“ hält, was sie verspricht

Sie haben schon auf Bundesebene versucht, Cannabis Social Clubs (CSC´s) einzuführen und auch auf kommunaler Ebene möchte die Ratsfraktion der „Linken“ in Hamm die Petition vom deutschen Hanfverband (DHV) – die ich gemeinsam mit einem Freund hier in Hamm einreichen möchte – unterstützen. Das teilte mir heute ein Mitglied der Ratsfraktion „Die Linke“ in einem persönlichen Gespräch mit!

Insgesamt war dieses Gespräch für mich sehr aufschlussreich, da ich mich bisher noch nicht so intensiv mit der kommunalen Politik beschäftigt habe. Dieser Politiker hat mir direkt bestätigt, dass die Grünen im Stadtrat von Hamm sehr konservativ eingestellt sind und ich mit meiner Einschätzung, die ich letzte Woche getroffen habe, vollkommen richtig liege! Überraschend war für mich jedoch, dass der Politiker der Linken mir bestätigte, dass ich mit meiner scherzhaften Aussage über die CDU ebenfalls recht haben könnte, und sie tatsächlich für eine Überraschung gut sein könnten.  😉 Laut Aussage dieses Politikers ist das warscheinlicher, als SPD und die Grünen für die Petition zu gewinnen! Ganz so fortschrittlich würde ich die CDU in diesem Fall  zwar nicht einschätzen, aber es zeigt deutlich, wie weit die Positionen innerhalb der Parteien im Bund und in den Kommunen auseinander gehen! In nächster Zeit werde ich mal versuchen, mit der CDU in Kontakt zu treten…

Im weiteren Verlauf des Gesprächs kam dem Politiker der Linken die Idee, die Petition zuerst an den „Ausschuss für Anregungen und Beschwerden“ zu richten, bevor sie direkt in den Stadtrat eingereicht wird, da ich in diesem Ausschuss Redezeit eingeräumt bekommen würde, die ich im Stadtrat nicht hätte! Ein zweiter Vorteil dieser Vorgehensweise wäre, dass man die Petition nach Ablehnung im Ausschuss immer noch im Stadtrat einreichen kann, um so langfristig das Thema in der Öffentlichkeit zu halten. Andersherum wäre das nicht möglich, da nach Einreichen einer Petition im Stadtrat zu diesem Thema in den darauffolgenden sechs Monaten keine ähnlichen Petitionen oder Anträge  eingereicht werden können.

Wir sind so verblieben, dass ich „Die Linken“ in Hamm über die weitere Vorgehensweise mit der Petition auf dem Laufenden halte und die Petition als Privatperson einreiche, da die Anträge der Linken im Stadtrat von Hamm (ich glaub das ist ne Gemeinsamkeit zwischen Kommune und Bund^^) bis auf wenige Ausnahmen aus Prinzip abgelehnt werden! Ich bin sehr glücklich über den Verlauf des Gesprächs und freue mich Euch mitteilen zu können, dass die Linken hier halten, was die Partei auf Bundesebene zum Thema Cannabis verspricht. 😀

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Gespräch mit meiner Grünen Bundestagskandidatin

Wie es manchmal so ist hat man Mitten in der Nacht auf Facebook noch richtig interessante Gespräche, und so kam es, dass ich von der Grünen Bundestagskandidatin für die Bundestagswahl im September – Marie Dazert – für das heutige Sommerfest der Grünen hier in Hamm eingeladen wurde. Stefan von „Kein Wietpas!“ habe ich dann auch direkt noch mitgenommen!
Kaum dort eingetroffen, wurden wir von Marie persönlich in Empfang genommen und Sie hat mich direkt sehr interessiert bezüglich meines Medikaments ausgefragt. Während des Gesprächs wurde auch deutlich, dass Sie politisch eine sehr liberale Einstellung zum Thema Cannabis hat, wobei Sie auch offen und ehrlich zugibt, dass das Thema Drogenpolitik nicht zu Ihren „Spezialgebieten“ gehört. Aber wenn Sie wirklich im Bundestag landet – und das wäre bei knapp 14,3% der Stimmen in NRW der Fall – sorge ich (und Stefan bestimmt auch) auf jeden Fall dafür, dass Sie regelmäßig mit diesem Thema konfrontiert wird 😉
Da ich es schon so eingeschätzt habe, dass Marie politisch relativ offen für das Thema sein dürfte (ich kannte Sie bereits vom Vortrag von Max Plenert vom DHV im März bei den Grünen in Dortmund) habe ich meinen Vaporizer samt Oregano, Basilikum und Minze aus meinem Gewürzregal eingepackt, um Ihr die Möglichkeit zu geben, das Vaporisieren mal legal zu testen! Und tatsächlich, sie hat den Vaporizer mit Minze getestet und war angenehm überrascht… „Schmeckt wie ein guter Minztee!“ war ihre Aussage. Zum Abschluß unseres Gesprächs haben wir sie noch auf die kommunalen Petitionen des DHV für Modellprojekte zur legalen Cannabisabgabe hingewiesen und wir haben Ihr das Buch „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ von Mathias Bröckers überreicht.

übergabe.buch

Mit der Petition des DHV hat uns Marie weiter zu den Stadträten Volker Burgard und Karsten Weyman verwiesen, da sie auf kommunaler Ebene nicht direkt zuständig ist. Diese beiden Herren sind leider nicht so liberal wie Marie und haben mir klar zu verstehen gegeben, dass Sie gegen eine Legalisierung von Cannabis sind. Auf meinen medizinischen Gebrauch von Cannabis angesprochen wurden beide toleranter. Ich glaube, dass den beiden viele Argumente neu waren und sie Diese erstmal verarbeiten müssen (wenn sie es denn tun), aber als Grundsätzliches Problem, dass die Beiden mit der Petition des DHV haben, sehe ich ein Zuständigkeitsproblem!

Die KOMMUNE ist nicht bereit, Geld für die Kontrolle von Cannabis Social Clubs auszugeben, damit das LAND Kosten bei der Repression von Cannabiskonsumenten einsparen kann!

Das ist das Fazit, was ich aus dem Gespräch mit den Stadträten mitgenommen habe! So wie die Petition bis jetzt ausgearbeitet ist, wollen die Grünen im Stadtrat von Hamm Diese nicht unterstützen! Sie erklären zwar, dass sie offen für weitere Gespräche mit einer besser ausgearbeiteten Petition sind, aber die Grünen Stadträte werden nicht einfach zu überzeugen sein! Wie wird es dann erst mit den anderen Parteien?

Stefan und ich finden es heraus, vielleicht ist hier die CDU – genau wie die Grünen in Hamm – zur Abwechslung auch mal für eine Überraschung gut 😉

ein weiterer Patient sucht Korrespondenz mit Politiker

Heute war ich bei einem guten Freund, der – wie ich – eine Ausnahmegenehmigung für eine Selbsttherapie mit Cannabisblüten besitzt und jetzt ebenfalls über den SPD-Bundestagsabgeordneten aus seinem Wahlkreis eine Kostenübernahme der Krankenkasse bewirken möchte. In einem ersten Telefonat mit seinem Abgeordneten hat Dieser Ihn gebeten, seine Situation kurz in einem Brief zusammenzufassen, um sich etwas besser auf ein persönliches Gespräch vorbereiten zu können. Ein Gespräch kann jedoch frühestens im Juli erfolgen, weil der Abgeordnete – der dem Thema erstmal relativ offen gegenüberstand – vorher nicht aus Berlin zurück in seinem Wahlkreis ist! Hier gibts jetzt schonmal den Brief des Patienten an den Bundestagsabgeordneten:

Sehr geehrter Herr XXX,

wie bereits am 03.06.2013 telefonisch mit Ihnen besprochen, übersende ich Ihnen kurz die wichtigsten Informationen zu meiner derzeitigen Situation.

Ich bin Vater von 5 Kindern und leide seit 15 Jahren an Morbus Crohn, chron. Gastritis und einer Refluxoesophagitis und seit dem Jahr 2010 zusätzlich an einem cervikalen Bandscheibenschaden mit Radikulopathie. In dieser Zeit musste ich zweimal operiert werden und es wurden eine Vielzahl an Medikamenten ausprobiert, u. a. Tramal, Prednison, Mesalazin, Sulfasalazin, Azathioprin, sowie Methoclopramid. All diese Behandlungsversuche blieben ohne den gewünschten Erfolg und hatten teilweise starke gastrointestinale Nebenwirkungen, sodass ich von Dr. XXX zum ersten Mal Dronabinol verordnet bekommen habe. Über Diesen bin ich auch in Kontakt zum Selbsthilfenetzwerk-Cannabis-Medizin gekommen. Da das Dronabinol nur unzureichend half, wurde mir von anderen Patienten empfohlen, einmal Cannbisblüten auszuprobieren. Die Wirkung war überraschender Weise durchweg positiv und ohne die bisher bekannten Nebenwirkungen und so habe ich gemeinsam mit meinem Arzt einen Antrag zur Selbsttherapie mit Cannabisblüten aus der Apotheke bei der Bundesopiumstelle gestellt, der dann auch am 31.10.2012 genehmigt wurde.

Eine Anfrage bei meiner Krankenkasse hat ergeben, dass Diese die Cannabisblüten aus der Apotheke nicht abrechnen kann, da dieses Medikament nicht verschreibungsfähig sei. Die Kosten für meine Therapie belaufen sich auf gut 2000 € im Monat, was bei einem Netto-Gehalt von 1300 € im Monat mit 5 Kindern nicht aufzubringen ist, daher bitte ich Sie als SPD-Bundestagsabgeordneten in meinem Wahlkreis um Hilfe.

Im Anhang sende ich Ihnen den Fall eines anderen Patienten, der eine Kostenübernahme seiner Cannabisblüten durch die Krankenkasse bewilligt bekommen hat, den ich bereits Ihrer Sekretärin telefonisch geschildert habe.

Mit freundlichen Grüßen

Wenn es in diesem Fall Neuigkeiten gibt, werde ich selbstverständlich hier davon berichten!