Reisebericht Enschede – freundliche Lüftungsaktion des Zolls

Gestern waren wir zu viert in Enschede. Ich hatte mobo von Kein Wietpas! und zwei weitere Freunde im Gepäck. Dazu hat mobo einen Reisebericht geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Neben dem obligatorischen Getränkedoseneinkauf und dem Marktbesuch mit Kibbelingkonsum haben wir die in Enschede seit eh und je praktizierte sprichwörtliche Gastfreundschaft und Toleranz genossen…

Zuerst waren wir im “Cafe Mix”, der wohl einladendste Coffeeshop Enschedes. Regelmäßige Besucher wissen wohl, dass die Qualität der angebotenen Ware durchaus schwankt, diesmal hatten wir aber mit dem Silver Haze was gutes erwischt, und der Bongraucher unter uns war mit dem Caramello wohl auch recht zufrieden. Danach haben wir dem Kosmic Kitchen erneut einen Besuch abgestattet und ein wenig über das umgehängte Plakat geplaudert. Die Begründung fand ich definitiv nachvollziehbar: Der Ursprüngliche Platz in der Eingangstür würde einem zufällig vorbeigehenden Passanten oder gar Polizisten das Wort “Wiet” in die Augen springen. Da ein Smartshop unter einer besonderen Beobachtung steht möchte man vermeiden, dass irgendwo die Möglichkeit der Verwechslung mit einem Coffeeshop bestehe – denn Smartshops werden auch gerne mal geschlossen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Daher hat man vorgezogen, das Plakat lieber im Inneren aufzuhängen. Allerdings tausche ich es demnächst gegen die große Version aus, so dass es dann kaum zu übersehen sein wird.  Wer noch nie in dem Laden war: Besucht ihn! Man fühlt sich dort gut aufgehoben und sehr freundlich behandelt!

Im Anschluss ging es weiter ins “Black Sea”. In dem Shop war ich länger nicht, aber ich habe vor kurzem gesehen, dass die dort (als einziger Shop in der Gemeinde) ein Ice-O-Lator auf der Karte hatten, worauf unser Bongraucher sich gefreut hat. Seiner Aussage nach war die Qualität sehr zufriedenstellend. Die erste Etage lädt zum längeren Verweilen ein.  Wir anderen zogen aber die Tüte vor – und darin ein Gras, dass ich bis dato auch noch nicht auf einer Karte in Enschede gesehen habe: Haagse Top – Bio-Wiet! Es hat sehr lecker gerochen und geschmeckt. Eine absolute Empfehlung. Wird definitiv meine neue Lieblingssorte aus der Stadt. Hoffentlich bleibt es auf der Karte. Das Black Sea habe ich in meinen letzten Besuchen eigentlich ohne Grund gemieden. Doch damit ist es jetzt vorbei. Positiv auch anzumerken der kostenlose Kaffee!

Danach hiess es Rückfahrt – was sich im Nachhinein als interessantester Teil des Tages herausgestellt hat! Unser Fahrer dürfte Euch kein Unbekannter sein: Manuel, mein Kollege von der Drug Education Agency und Blogger von Ausnahmemedizin. Da er aufgrund seiner chronischen Schmerzen über eine Ausnahmegenehmigung für Cannabis besitzt und somit Cannabis ausschliesslich aus medizinischen Gründen konsumiert ist er medizinisch, psychologisch und auch juristisch dazu in der Lage, ein Fahrzeug zu führen. Bestätigt wurde dies bereits durch eine freiwillige, bestandene MPU, durch Ärzte, Juristen und Polizisten. Jeder, der bei ihm schon einmal Beifahrer war, kann bestätigen, dass er ein verantwortungsvoller, sicherer und sehr guter Autofahrer ist. Würde er sich zu irgendeinem Moment unsicher fühlen, würde er nicht fahren.

Nachdem wir gerade die Grenze passiert haben kamen uns auf leerer Straße (B54) zwei Fahrzeuge des deutschen Zolls entgegen – die an der Grenze einen U-Turn machten uns dann wieder aufholten und uns mit modernster LED-Technik zu verstehen gaben, doch bei der nächsten Abfahrt die Bundesstraße zu verlassen, wo die vier Zöllner uns einer Kontrolle unterzogen. Zuerst wurde der Beifahrer heraus gebeten und befragt. Wo wir waren, was wir gemacht haben – das Übliche. Auf die Anmerkung, dass aus dem Wagen ein “süßlicher Duft” ströme, antworte er nur Wahrheitsgemäß “Wir haben einen Cannabispatienten bei uns – der darf das”

Mit so etwas rechnen Zöllner im Deutsch/Niederländischen Grenzgebiet nicht. Generell ist sowas für einen Staatsdiener ein ungewöhnlicher Fall, denn bei knapp 80 Millionen Bundesbürgen fällt eine niedrige dreistellige Zahl an Patienten mit Genehmigung kaum auf. Und so schauten sich die Zöllner fasziniert die Ausnahmegenehmigung an. Ein Zöllner kannte so etwas bereits von einem Tourettepatienten. Trotzdem sieht man sowas ja nicht alle Tage.

Leibesvisitationen an uns brachte natürlich nichts zu Tage. Und auch nach der Durchsuchung des Autos, die recht lange dauerte aufgrund der unzähligen Einkaufstüten vom Markt im Kofferraum. Irgendwann hiess es dann “So, das war es! Sie können weiterfahren.”

Wir haben für sie aufgeräumt und gelüftet!

Ein wenig ungläubig sind wir dann zurück zum Auto, haben die ausgeräumten Tüten zurück in den Kofferraum gelegt und uns wieder ins Auto gesetzt. Im Aschenbecher ein angerauchter Joint, neu positioniert vom Zoll!

Die Zöllner haben realisiert, dass Cannabis für Manuel eine Medizin ist. Sie ihm wegzunehmen käme einer Körperverletzung gleich. Die unbestrittene Tatsache, dass dieser Joint nach Deutschland eingeführt wurde, schienen die Zöllner zu tolerieren.  Ich will in dieses Ereignis jetzt nicht zu viel hineininterpretieren. Grund dürften wohl die fehlenden Dienstvorschriften in Verbindung mit drohendem Aktenwälzen sein. Allerdings war das ganze schon ein wichtiger Schritt in einer Revolution, die längst auch in Deutschland angekommen ist – die Akzeptanz von Cannabis als Medizin. Und nichts anderes ist unser Gras.

P.S.: Für alle Enschede-Fans und -Interessierte: In der kommenden Folge der DEA, die Anfang nächster Woche erscheinen wird, gibt es ein Enschede-Special von mir. Seid gespannt!

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medizinische Cannabis-Migration innerhalb der U.S.A.

In den U.S.A. ist eine große Migrationsbewegung in Richtung der Staaten entstanden, die die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlauben, das berichtet die Zeitung The Gazette.

Dabei spielen sowohl das Alter sowie die kulurelle Herkunft der Patienten keine Rolle. Arme und Reiche Menschen, Eltern mit Ihren kranken Kindern, Muslime und konservative Christen verlassen Ihre Heimat, Ihre Familien, Ihre Freunde und geben Ihre Karrieren auf, um für sich und Ihre Kinder die notwendige Medizin zu bekommen, nachdem sie mit herkömmlichen Arzneimitteln keinen Erfolg hatten. Sie nennen sich selber „Marijuana Refugees“ und die meisten verschlägt es nach Colorado um das Cannabis-Öl zu bekommen, das den Anschein hat, medizinische Wunder bewirken zu können.
18 Familien sind bereits in den letzten Monaten nach Colorado gezogen und 14 weitere werden in kürze Folgen und das ist nur die Spitze des Eisbergs, wie Dr. Margarete Gedde, eine Pathologin aus Colorado Springs berichtet. Die Migrationsbewegung wurde ausgelöst, nachdem diese beeindruckende Geschichte zweier Kinder aus Colorado bekannt wurde.

über Vaporizer für Kein Wietpas!

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mobo von „Kein Wietpas!“ mich über Monate hinweg genervt hat, dass ich unter die Blogger gehen soll! Seitdem er mich „überredet“ hat unterstützt er mich wo er kann, weil ich nicht gerade technisch versiert bin. Jetzt hat mobo ein Crowdfunding für seine „Kein Wietpas!“-App gestartet und ich bekomme die Möglichkeit mich zu revanchieren und ihn zu unterstützen. Die Gelegenheit möchte ich natürlich nutzen und freue mich, Euch schon jetzt mitteilen zu können, dass die App auf jeden Fall bald erscheint!

Alles, was ich dafür tun muss, um mobo zu unterstützen ist, diesen gesponsorten Artikel über Vaporizer zu verfassen, und weil ich dieses Thema sowieso schon einige Zeit im Hinterkopf hatte, fällt mir das gar nicht so schwer 😉 Ich besitze mittlerweile vier verschiedene Vaporizer und denke, dass das Verdampfen die Beste Möglichkeit der medizinischen Einnahme von Cannabis ist. Denn beim Verdampfen entstehen keine giftigen Verbrennungsstoffe bei einer exakt eingestellten Temperatur der Vaporisatoren und die passende Dosis ist schnell gefunden, ähnlich wie es beim Rauchen der Fall ist. Bei allen anderen gesunden Alternativen der Einnahme (meist als Tee oder Gebäck über den Magen) ist Cannabis deutlich schwerer zu dosieren. Erfahrene Patienten wissen, wie sie Ihre Medizin am Besten einnehmen können, allen anderen empfehle ich der Gesundheit zu Liebe einen Vaporizer. Zuhause nutze ich meistens den „Volcano“ und für unterwegs habe ich mir den „Arizer Solo“ gekauft. Ich bin mit beiden Geräten sehr zufrieden, aber möchte hier jetzt keine langen Erfahrungsberichte schreiben, weil es hier schon eine große Auswahl an Erfahrungsberichten gibt. Wem das nicht genügt, der kann hier noch einige Testberichte des grow! Magazin durchforsten 😉

DEA 33

Hier die neue Ausgabe der DEA, diesmal berichte ich über den Cannabinoid Kongress der IACM, der am 27. und am 28. September in Köln stattgefunden hat.

Mein Beitrag in Textform:

Ja Hallo liebe DEA-Gemeinde und Herzlich Willkommen zu einer Sonderausgabe der IACM-Informationen. Heute möchte ich Euch von der Cannabinoid-Konferenz berichten, die am 27. und 28. September im Leonardo Royal Hotel in Köln stattgefunden hat. Die Cannabinoidkonferenz wird in einem Rhythmus von 2 Jahren von der IACM organisiert und ist der weltweit größte Kongress zum Thema Cannabis in der Medizin.
Etwa 130 Wissenschaftler, Ärzte, Studenten und andere Teilnehmer nahmen in diesem Jahr am Cannabinoidkongress teil. In über 20 Vorträgen aufgeteilt auf 2 Tage wurden intensiv die Bedürfnisse der Patienten thematisiert und es wurde ebenso darauf eingegangen, wie man niedergelassenen Ärtzen mehr Sicherheit und Wissen zu cannabinoidhaltigen Medikamenten vermitteln kann. Auch die Pharmaindustrie kam in einer Vortragsreihe zu Wort, daher würde ich behaupten, dass auf diesem Kongress das Thema Cannabis als Medizin Ganzheitlich und von allen Seiten ausführlich beleuchtet wurde. Die Tage in Köln waren sehr interessant und es gab viele lebhafte Diskussionen auf einem hohen Niveau mit gutem Essen in einer herzlichen Atmosphäre.
Die Vorträge des Kongresses wurden vom Team der DEA aufgezeichnet und werden innerhalb der kommenden Wochen oder Monate auf der IACM-Webseite für Mitglieder des IACM verfügbar gemacht. Außerdem kann man die Kurzfassungen der Vorträge und Poster im Reader (Abstract-Buch) auf der Kongress-Webseite unter http://www.iacm2013.org einsehen. Die nächste Cannabinoidkonferenz des IACM findet voraussichtlich vom 17.-19. September 2015 in Sestri Levante in Italien statt.
Eine ganz besondere Ehre war es für mich persönlich, Prof. Dr. Rafael Mechoulam aus Israel kennenlernen zu dürfen, der genau vor 50 Jahren im Jahr 1963 als erster Mensch das THC aus der Cannabispflanze isolieren konnte.
So weit erstmal wieder zu den IACM-Informationen… bis zum nächsten Mal, ich bin raus!