Bundestagswahl am 22. September

Nein, ich würde zur Bundestagswahl nicht in jedem Wahlkreis die Grünen wählen, aber für unseren Wahlkreis Unna/Hamm und für ganz NRW ist Marie Dazert garantiert eine Bereicherung im Bundestag! Wir brauchen frischen Wind in der Politik und Marie kann dazu beitragen. Zum ersten Mal seitdem ich wählen darf, helfe ich auch aktiv im Wahlkampf und habe Marie beim Plakatieren unterstützt.
plakatierenÜbrigens würde ich, wenn jetzt Kommunalwahlen wären, auf keinen Fall den Grünen in Hamm meine Stimme geben, da sich die Grünen Stadträte durch einige  Aussagen fernab des Grünen Wahlprogramms bei mir ins Abseits geschossen haben… Daher kann ich nur empfehlen, sich bei jedem Politiker persönlich ein Bild zu seinen persönlichen Einstellungen zu machen, weil sie noch lange nicht die Inhalte des Parteiprogramms vertreten (müssen)! Sie sind EURE Vertreter, also sprecht sie an, wenn Ihr euch ungerecht behandelt fühlt. Selbst Bundestagsabgeordnete sind nicht so weit entfernt, wie man denkt und man bekommt fast immer die Gelegenheit, persönlich mit ihnen über ein Anliegen zu sprechen! Das sind UNSERE Volksvertreter also sollen sie uns auch vertreten und das machen sie selbst bei ungeliebten Themen gerne, weil ihnen der Kontakt zur Bevölkerung wichtig ist und wichtig sein muss!
In diesem Jahr ist es wichtiger, wählen zu gehen, als jemals zuvor, weil die Wahlbeteiligung auf ein Rekordtief sinken wird und daher jede Stimme gegen schwarz/gelb umso wichtiger ist! Egal was Ihr wählt oder ob Ihr Euren Stimmzettel ungültig machen wollt, weil Ihr die ganze Politik scheiße findet, wichtig ist nur, dass euer Wahlzettel am 22. September in der Wahlurne ist, daher bitte ich Euch von Herzen, Euch kurz am Wahltag aufzuraffen! Das Wahllokal ist ganz in Eurer Nähe!

Polizeikontrolle im Straßenverkehr

Lange Zeit war es hier im Blog relativ ruhig, aber seit neuestem überschlagen sich bei mir die Ereignisse wieder. Eigentlich wollte ich erstmal einen Artikel über die Hanfparade in Berlin bloggen, aber aus aktuellem Anlass schiebe ich das etwas nach hinten und erzähle Euch von meiner gestrigen Polizeikontrolle!

Es war kurz nach 22.30 Uhr, als ich das Gelände der Tankstelle wieder verließ. Schon vorher hatte ich an der Zapfsäule einen Polizeiwagen gesehen, der bei meinem Eintreffen gerade wieder los fuhr. Auf meinem Weg von der Tanke nach Hause klemmte sich dieser Polizeiwagen direkt hinter mich und versuchte mich durch drängeln und ähnliche verkehrsgefährdende Situationen zu verunsichern, aber ich ließ mich nicht irritieren und bin einfach weitergefahren. Nach ungefähr einem Kilometer zogen sie mich dann aus dem Verkehr und ein junger Polizist fragte mich nach Alkohol- oder Drogenkonsum, was ich verneinte. Danach wurde er deutlicher und fragte nach Marijuana, wobei er mir zu verstehen gab, dass er es schon gerochen hat. Daraufhin teilte ich ihm mit, dass ich Marijuana zwar konsumiere, es aber keine Droge sondern ein Arzneimittel sei und kramte meine Ausnahmegenehmigung aus meiner Tasche. Er sagte sofort, dass er davon noch nie gehört habe und fragte direkt seine (ebenfalls noch junge) Kollegin, die von den Ausnahmegenehmigungen zwar schon gehört hatte, aber nicht davon ausging, dass ich damit Autofahren darf. Vor Ort konnten die Polizisten das nicht klären, daher baten sie mich mit ihnen zur Wache zu fahren und ich willigte ein. Schon bei der Kontrolle und auch auf dem Weg zur Wache wurde ich von beiden Polizisten sehr freundlich behandelt und sie erkundigten sich sehr interessiert nach dem Hintergrund für mein Medikament.

Auf der Wache war ich sofort Gesprächsthema Nr.1 und (geschätzt) alle diensthabenden Polizisten kamen zwischendurch in den Raum, in dem ich mit dem jungen Polizisten saß. Dieser wälzte mehr oder weniger verzweifelt das BtMG und die StVO, aber konnte keinen Paragraphen finden, der mich entlasten konnte, also wies ich ihn auf § 24a Abs. 2 StVO hin (Das Führen eines Kraftfahrzeugs unter dem Einfluss von Cannabis stellt nach §24a eine Ordnungswidrigkeit dar. Ausnahmen gelten nur, wenn die verwendete Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen bestimmten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.) So ganz überzeugt, dass es sich in meinem Fall wirklich um ein Arzneimittel handelt, waren die Polizisten immer noch nicht und wollten sich das erst vom Arzt (der auch die Blutprobe abgenommen hätte) telefonisch bestätigen lassen. Das tat er auch, aber er wies die Polizisten darauf hin, dass dies nur der Fall ist, wenn bei mir keine Ausfallerscheinungen erkennbar sind. Obwohl der „ältere“ Chef mich darauf hinwies, dass ich nicht aussehen würde, sicher ein KFZ führen zu können, konnte er dennoch keine Ausfallerscheinungen erkennen und ließ mich mit dem Satz „Ich habe keine Skrupel bei Ihnen eine Blutprobe anordnen zu lassen, wenn sie in einen Unfall verwickelt sind.“ von seinen jungen Kollegen wieder zurück zu meinem Auto bringen! An meinem Auto angekommen teilte der Polizist mir noch mit, dass er mich „beim nächsten Mal einfach nur freundlich grüßt“ und mich dann direkt weiterfahren lässt 😀 Mit einer Stunde Verzögerung durfte ich dann weiterfahren!

Die ganze Atmosphäre bei der Polizei und im Umgang mit mir war sehr freundlich und locker, ich habe mich in keiner Sekunde als Krimineller gefühlt! Auch wenn der Chef etwas schroff wirkte, so blieb auch er die ganze Zeit höflich und mit seinen jungen Kollegen hat die Unterhaltung sogar richtig Spass gemacht und war für beide Seiten recht informativ. Eine positive neue Erfahrung für alle Beteiligten würde ich mal behaupten…

Jetzt bleibt abzuwarten, wie das Straßenverkehrsamt reagiert, aber ich habe mich ja bereits freiwillig einer MPU unter Cannabiseinfluß unterzogen und richtig gute Ergebnisse erzielt! Spannend bleibt es trotzdem…

Übrigens ist mir gestern wieder aufgefallen, wie viele meiner ehemaligen Mitschüler vom Märkischen Gymnasium (v.a. aus dem Sport LK Abschluss 2001 und 2002) in Hamm jetzt auf Streife unterwegs sind 🙂 Daher möchte ich hier mal Roland  (den ich nach über 10 Jahren gestern auf der Wache treffen durfte) und allen anderen Kollegen herzliche Grüße hinterlassen! Ich war gestern von der Arbeit der Polizei positiv überrascht… macht weiter so!!!

Mein Aufruf zur Hanfparade 2013

In der nächsten Folge der Drug Education Agency (DEA) gibts mich wieder in Farbe 😉 Ich hoffe wir sehen uns in Berlin! Übrigens würden sich die Veranstalter der Hanfparade auch über ein Promovideo von DIR freuen, also zeigt Gesicht und kämpft gemeinsam mit uns für eine Veränderung der derzeitigen Drogenpolitik!

Entschuldigung für diesen nicht sonderlich medizinischen Beitrag 😉

Cannabis als Medizin im Straßenverkehr

In der vergangenen Woche hatte ich die Möglichkeit, mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht über meinen Fall zu sprechen. Wir haben gemeinsam mal durchgesponnen, wie sich Cannabispatienten bei einer Verkehrskontrolle verhalten sollten um nicht Gefahr zu laufen, ihren Führerschein abgeben zu müssen.

Grundsätzlich sollte man sich als Patient genau überlegen, ob man sich fahrtauglich fühlt oder nicht… Ein verantwortungsvolles Handeln den anderen Teilnehmern im Straßenverkehr gegenüber muss die höchste Priorität haben. Denn spätestens bei einem Unfall kann man sich nicht mehr darauf berufen, Cannabis als Medizin eingenommen zu haben! Aber es gibt auch Situationen im Straßenverkehr, in denen man als Cannabispatient ohne ein Fehlverhalten in eine allgemeine Verkehrskontrolle gerät!

Nachdem die Personalien aufgenommen wurden, kommt meistens die Frage nach Alkohol und Drogen und häufig wird verlangt, einem Drogenschnelltest zuzustimmen. Das sollten alle Cannabiskonsumenten ablehnen, egal ob Patient oder nicht! Die Polizei nimmt auch Patienten direkt den Führerschein ab, wenn dieser Test positiv ausfällt, die lassen das lieber erst von einem Gericht überprüfen, bevor sie uns helfen bzw. weiterfahren lassen würden! Wenn man den Test ablehnt könnte es passieren, dass eine Blutprobe angeordnet wird, die dann auch meistens nicht mehr abzuwenden ist. Der Vorteil einer Blutprobe für Konsumenten ist, dass das Ergebnis in der Regel erst nach 6 Wochen vorliegt und man somit seinen Führerschein nicht sofort entzogen bekommt!

Es macht für Patienten  im Straßenverkehr meistens keinen Sinn, mit der Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle zu argumentieren, denn wie schon gesagt lassen  Polizisten die Situation durch ihr fehlendes Wissen lieber vom Richter klären und auch den Arzt bei der Blutentnahme dürfte die Bescheinigung nicht wirklich interessieren, da er sowieso schon die Anordnung bekommen hat, Blut zu saugen. Bei Patienten dürfte das Testergebnis den Grenzwert für den Straßenverkehr deutlich übersteigen, daher gibts nach circa 6 Wochen einen Bußgeldbescheid ins Haus und gleichzeitig wird das Straßenverkehrsamt informiert. Gegen den Bußgeldbescheid muss man dann Widerspruch mit der Ausnahmegenehmigung als Begründung einlegen, dem dann auch stattgegeben werden sollte, aber dem Straßenverkehrsamt wird das vermutlich nicht genügen.

In so einem Fall werden sie von dem jeweiligen Patienten ein Gutachten verlangen, in dem die Fahrtauglichkeit unter Cannabiseinfluß bestätigt wird. Ich habe meine Fahrtauglichkeit sofort überprüfen lassen, als ich meine Ausnahmegenehmigung bekommen habe, daher kann ich ohne Angst meinen Führerschein zu verlieren ein Kraftfahrzeug führen. Allen anderen Cannabispatienten empfehle ich ebenfalls, schon im Vorfeld ein Gutachten erstellen zu lassen, denn wenn das Straßenverkehrsamt erstmal Kenntnis von der Medikamenteneinnahme hat, wird es auf ein Gutachten bestehen und man hätte dann die Unsicherheit und den Druck, diese „MPU“ bestehen zu müssen.

Ich könnte in so einem Fall direkt mein schon „bestandenes“ Gutachten vorzeigen, wobei der bürokratische Aufwand für mich bis dahin auch nicht zu unterschätzen wäre. Daher werde ich mich auch weiterhin möglichst unauffällig im Straßenverkehr verhalten und mir genau überlegen, ob ich mich fahrtauglich fühle oder doch besser das Auto stehenlasse!

Weitere Informationen zum Thema Cannabis als Medizin im Straßenverkehr findet Ihr auf der Seite der IACM

Atlantico Dortmund: Patientenfreundlich & Gemütlich

In Bonn haben vor gut 2 Wochen einige Patienten feststellen müssen, dass sie nicht überall willkommen sind, denn ein Restaurant in den Rheinauen hat von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und diesen z.T. schwerkranken Menschen ein Hausverbot erteilt. Dies habe ich zum Anlass genommen, um heute eine weitere Location auf „Patientenfreundlichkeit“ zu testen und wurde positiv überrascht!

Heute war ich mit einem Kumpel unterwegs, der es eigentlich gar nicht gerne hat, mit Cannabis in der Öffentlichkeit in Verbindung gebracht zu werden. Er wollte auf keinen Fall in Hamm raus daher haben wir uns nach einigem Hin und Her fürs Atlantico in Dortmund entschieden! Ich mag den Biergarten dort, er ist von zwei Seiten mit Häusern umringt und die anderen beiden Seiten haben einen einfachen Sichtschutz zu den „Hinterhöfen“ dieser Häuser. Er ist zwar relativ klein aber die Tische stehen recht eng zusammen und so ziemlich jeder Platz war besetzt. Alles in Allem also ein recht auffälliger Platz um meine Medizin zu konsumieren!

Glücklicherweise hatten wir reserviert! Die Kellnerin begleitete uns zu einem kleinen Tisch mitten in diesem Biertgarten, der von einem riesiegen Sonnenschirm beschattet wurde und um eine Situation wie in Bonn zu vermeiden, wies ich sie direkt auf meine Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle hin und fragte ob es okay wäre, meine Medizin im Biergarten zu konsumieren. Ohne einen ernsthaften Blick auf die Bescheinigung zu werfen, ging sie los um ihren Chef zu fragen und schon nach einer Minute kam sie mit einem Aschenbecher (aber ohne einen Kommentar) zurück! Kurz danach kam eine weitere Mitarbeiterin des Atlantico auf mich zu, die mir mitteilte, dass sie erst ihren Chef anrufen müsse und ich gab ihr etwas verwirrt meine Ausnahmegenehmigung mit. Auf dem Weg zur Theke fing ihre Kollegin – die uns zum Tisch begleitet hat – sie ab und ließ sich meine Ausnahmegenehmigung geben, die sie dann auf direktem Weg mit den Worten „Entschuldigung, ich habe das schon mit unserem Chef abgeklärt, es ist ok!“ zu mir zurückbrachte!

Ich habe heute Abend im Atlantico zweimal meine Medizin konsumiert und durch die Lage des Biergartens stand der süßliche Duft förmlich über allen Tischen, ohne sich großartig schnell zu verflüchtigen. 🙂 Dabei habe ich viele neugierige Blicke auf meinen leicht verschämt aber sichtlich amüsiert dreinblickenden Kumpel und mich gezogen, aber KEIN Gast hat sich beschwert, weder bei uns, noch bei einer/einem der Kellner/innen!

RESPEKT und ein riesengroßes DANKESCHÖN an das ganze Atlantico-Team samt seiner Gäste, viele Ärzte in Deutschland können dieses kleine bisschen Toleranz in Verbindung mit Menschlichkeit und Empathie gegenüber kranken Menschen traurigerweise nicht aufbringen, obwohl dieser Personenkreis es mit Sicherheit nötiger hätte als Ihr und es dort sogar im Studium gelehrt wird! Naja, es gibt Dinge die kann man nicht lernen, für alles andere gibt es die Mastercard. 😉

P.S. Falls ich in nächster Zeit dazu komme, werde ich öfter mal Testberichte über patientenfreundliche und -unfreundliche Locations schreiben! Ich werde auch mal im Selbsthilfenetzwerk-Cannabis-Medizin (SCM) nachfragen, welche Erfahrungen andere Patienten in Deutschland gemacht haben und wenn sich ein paar Informationen zusammentragen lassen, würde ich Diese hier im Blog und/oder auf der Seite des SCM zusammenfassen und veröffentlichen…

Ab Montag gehe ich umschulen…

… so bin ich heute zumindest mit dem Prokuristen, dem leitenden Arzt und meinem Sachbearbeiter im Berufsförderungswerk verblieben, nachdem ich heute um 10:15 Uhr endlich eine feste Zusage für die Kostenübernahme einer überbetrieblichen Umschulung im BFW von der deutschen Rentenversicherung bekommen habe.

Um 10.15 Uhr, als ich schon auf dem Weg zur Geschäftsstelle der DRV in Münster war, kam dann der Anruf meines Gesprächspartners von gestern und er teilte mir mit, dass die DRV als Kostenträger bereit ist, mir meine Umschulung zu finanzieren (egal ob betrieblich außerhalb oder überbetrieblich im BFW). Allerdings wurde die Forderung gestellt, dass ich bei meinen zukünftigen Arbeitgebern mit offenen Karten spiele.

Mit meinem Vater, den ich in der Zwischenzeit noch abgeholt habe, und dieser tollen Neuigkeit habe ich mich auf den Weg zum Berufsförderungswerk gemacht um dort mit meinem Sachbearbeiter über die neue Situation zu sprechen. Er wirkte verständnisvoll aber er sagte auch, dass er das weitere Vorgehen nicht allein entscheiden könne. Er bemühte sich sofort, dass alle weiteren Entscheidungsträger im Haus schnell für mich Zeit haben und so kam es dann auch, dass ich gemeinsam mit meinem Vater, dem Sachbearbeiter, dem medizinischen Leiter und dem Prokuristen des BFW in einem Raum über diese besondere Situation (von beiden Seiten) diskutierten. Der Standpunkt des BFW war, dass man, nur weil man einem Patienten hilft, nicht 600 Andere gefährden kann, was ja auch erstmal einleuchtend und verständlich ist. Daher habe ich den Mitarbeitern des BFW heute aufgezeigt, wie es möglich ist, mir zu helfen ohne jemand Anderem zu schaden: Jetzt besteht für mich die Auflage darin, dass ich mein Cannabis im BFW nur in den Pausen unter Aufsicht eines Arztes zu mir nehmen darf. Außerdem darf ich es nicht inhalieren, sondern muss es oral einnehmen und ich darf im BFW nicht öffentlich mit meinen Mitschülern über mein Medikament reden! Dies wird bis Montag vertraglich festgehalten und nach meiner Unterschrift kann ich endlich mit meiner Umschulung beginnen…

Ich finde diese Auflagen zwar hart und fühle mich dadurch immer noch ein Stück weit diskriminiert, aber das sind Kompromisse die ich für eine bessere Zukunft gerne eingehe. Auch wenn ich immer noch nichts schriftlich habe, gehe ich davon aus, dass meiner Umschulung  jetzt nichts mehr im Wege steht. Montag habe ich einen Einführungstag und am Dienstag soll es losgehen!

Die deutsche Rentenversicherung spielt weiter auf Zeit

Meine Sachbearbeiterin der DRV Westfalen hat mir vorgestern unter Zeugen versichert, dass Sie mir heute bis spätestens 14:00 Uhr eine Antwort zum Antrag auf Umschulung mitteilt. Ihr könnt es Euch bestimmt schon vorstellen: Sie hat es nicht getan!

Daher habe ich um kurz nach zwei direkt Ihren Vorgesetzten angerufen, um nach einem Ergebnis zu fragen. Er konnte mir nicht weiterhelfen, aber er versprach mir, dass seine Kollegin sich bei mir melden würde! Ich war gerade dabei, meine Sachen für Münster zu packen, da rief sie mich doch tatsächlich zurück und teilte mir mit, dass heute immer noch keine Entscheidung getroffen werden konnte, weil noch eine Aussage des Berufsförderungswerk (BFW) fehlen würde. Auf Nachfrage, welche Empfehlung sie Ihren Vorgesetzten gegeben habe, sagte sie, dass sie mir darüber keine Auskunft geben dürfe, ich würde zwischen Montag und Mittwoch kommender Woche einen schriftlichen Bescheid im Briefkasten haben. Ich wies sie darauf hin, dass ich mich damit nicht zufrieden gebe, aber das ließ sie kalt.

Daraufhin fuhr ich nach Münster. Meine Plakate kamen gut an, zumindest schließe ich das aus den beiden „beinahe-Auffahr-Unfällen“ und der Tatsache, dass es keine 15 min. gedauert hat, bis ich erneut einen Ansprechpartner der DRV vor mir stehen hatte. Wie sich später in seinem Büro herausstellte, war es der Vorgesetzte des Vorgesetzten meiner Sachbearbeiterin (langsam wirds kompliziert) und er versicherte mir, dass die Rentenversicherung meine Umschulung auch im Berufsförderungswerk finanzieren würde, wenn mein Antrag wirklich schon so lange läuft und kein Betrieb für mich gefunden werden kann. Diese Aussage von mir konnte er er leider nicht direkt überprüfen, da meine Akte heute nicht auffindbar war. Dafür stieß sein Angestellter (der Vorgesetzte meiner Sachbearbeiterin mit dem ich bereits am Montag gesprochen habe) zu unserem Gespräch hinzu und bremste den Tatendrag von seinem Chef. Eine komische Situation, da er am Montag noch „auf meiner Seite war“. Er sagte seinem Vorgesetzten immer wieder, dass er nicht unüberlegt handeln solle und vorher erst einen Blick in meine Akte werfen soll.

Es erscheint mir so, als laufen da irgendwelche krummen Dinge im Hintergrund, von denen ich nichts mitbekommen soll! Und im weiteren Verlauf des Gesprächs konnte ich mir immer besser vorstellen, worauf die DRV hinaus möchte, obwohl es eine Vermutung bleibt: Die DRV versucht hinter den Kulissen gerade mit dem BFW auszuhandeln, wegen meines Cannabiskonsums vom Hausrecht gebrauch zu machen und meine Aufnahme zu verweigern. Das wäre eine win-win Situation für DRV und BFW, denn die DRV kann eine Menge kosten sparen und das BFW müsste keinen Junkie aufnehmen, der ich in Ihren Augen anscheinend bin!

Um das zu vermeiden, habe ich während eines Telefonats zwischen dem Vorgesetzten des Vorgesetzen meiner Sachbearbeiterin und meinem Sachbearbeiter aus dem BFW  direkt angebracht, dass ich meine Medizin nicht zwangsläufig rauchen muss und die Möglichkeit habe, während der Zeit im BFW meine Medizin auch oral einzunehmen. An der Reaktion des DRV-Angestellten  hat man sofort erkannt, dass sein Gegenüber am Telefon nicht mit diesem Argument gerechnet hat!

Ein weiteres Argument des Mitarbeiters der DRV, der mir am Montag noch freundlich gesonnen schien, war, dass eine Umschulung im BFW eine besondere (geistige) Hilfebedürftigkeit voraussetzt, die bei mir nicht gegeben ist, da ich in meinen Tests bei der Berufs- und Arbeitsfindungsmaßnahme im vergangenen Jahr im BFW hervorragend abgeschnitten habe. Für mich und auch für seinen Vorgesetzten war es hingegen offensichtlich, dass eine besondere Hilfebedürftigkeit vorliegt, immerhin liegen 18 Monate intensives Antragsverfahren ohne Ergebnis hinter mir, die das hinreichend dokumentieren sollten.

Der oberste Vertreter der DRV, der mich heute empfangen hat, hat mir versichert, mich morgen direkt nach seinem Dienstbeginn um 9 Uhr telefonisch zu kontaktieren um mir das Ergebnis mitzuteilen. Daraufhin habe ich ihm und seinem Angestellten mitgeteilt, dass ich vor dem Gelände bis morgen auf die Antwort warten werde. Das wollten die Beiden zwar nicht hören, aber Sie wussten, dass sie es ohne eine definitive Antwort an mich nicht verhindern konnten. Der Chef hat mich dann noch zum Fahrstuhl begleitet und auf dem Weg habe ich ihm gesagt, dass ich für heute meine Sachen packe und erst morgen um 10 Uhr bei der DRV auflaufe, falls ich nichts von ihm höre. Er hat mein Vertrauen bisher noch nicht mißbraucht, daher will ich ihm die Möglichkeit geben, sein Versprechen einzuhalten! Wenn ich morgen eine negative Antwort von ihm bekommen sollte (und ich hab das Gefühl, dass er heute auf dem Betriebsfest der DRV von seinen Angestellten gegen mich aufgehetzt wird und die Antwort morgen negativ ausfallen wird), werde ich ab 10 Uhr vor dem Berufsförderungswerk in Hamm stehen, da es dann nach dem positiven mündlichen Bescheid von heute offensichtlich ist, dass das BFW von seinem Hausrecht gebrauch macht!

Im Klartext würde das bedeuten: Das BFW Hamm diskriminiert hilfsbedürftige Menschen aufgrund Ihres Medikaments! Aber ob, das wirklich so ist, werde ich Euch morgen erzählen…

Ich habe das Gefühl, dass man diesem Text heute schlecht folgen kann, obwohl es der bisher Wichtigste zum Thema Umschulung in diesem Blog ist. Dafür möchte ich mich entschuldigen, ich bin echt aufgebracht und es fällt mir heute schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. 😦 Eins verspreche ich aber: ICH WERDE NICHT AUFGEBEN UND BIS ZULETZT FÜR MEIN RECHT KÄMPFEN!

Gespräch mit meiner Sachbearbeiterin der DRV Westfalen

Wie ich vorgestern schon angekündigt habe, war ich gestern beim Regionalbüro der DRV Westfalen in Hamm. Ich habe mir Verstärkung mitgenommen, da ich meiner Sachbearbeiterin nicht mehr traue! Nach dem Klingeln dauerte es eine Weile, aber dann öffnete sie uns die Tür und es zeigte von Beginn an Wirkung, dass ich nicht allein da war. Die gute Frau hat während des Gesprächs häufiger meinen Begleiter als mich angeschaut und hat sich dabei gerechtfertigt. Ich muss zugeben, dass viele ihrer Aussagen schlüssig wirkten, aber sie konnte mir nicht erklären, warum der letzte Eintrag in meiner Akte schon so lange zurückliegt (28.02.) und sie in der Zwischenzeit nichts unternommen hat, obwohl es ihre Aufgabe gewesen wäre. Sie hat erzählt, dass sie schon mit Ihrem Vorgesetzten telefoniert habe, von daher war sie sehr gut auf das Gespräch vorbereitet und es wirkte auf mich so, als ob er ihr schon mitgeteilt hat, dass Sie dafür eine plausible Erklärung haben sollte, wenn ich auftauche. Sie versuchte es erst mit der Ausrede, dass die Dokumentation auf Ihrem PC sei, aber als ich weiter nachgehakt habe, wechselte Sie die Begründung und teilte mir mit, dass das was meiner Meinung nach fehlt, nichts Offizielles war und daher nicht in meiner Akte auftauche. Gegebenenfalls werde ich ich Dokumentation noch von meiner Anwältin überprüfen lassen, das entscheide ich warscheinlich am Donnerstag…

Im Großen und Ganzen würde ich das Gespräch so zusammenfassen, dass meine Sachbearbeiterin bis zum Ende der Auffassung war, dass Sie immer richtig gehandelt hat! Laut Ihrer Aussagen könnte Sie damit sogar über weite Strecken recht haben, denn wie ich hier schon vermutet habe, ist mein Sachbearbeiter vom Berufsförderungswerk – der den Auftrag von der DRV bekommen hat, mir einen betrieblichen Umschulungsplatz zu suchen – nicht aktiv geworden, als er es mir versichert hat!
Meine Sachbearbeiterin bestätigte mir, genau wie Ihr Vorgesetzter gestern, dass mein Antrag noch in dieser Woche bearbeitet wird und ich bis spätestens Donnerstag um 14 Uhr eine Antwort habe. Naja, ich denke Ihr könnt Euch vorstellen, wo ich Donnerstag ab 14.30 Uhr bin, falls ich nichts hören sollte. 😉

Erst habe ich überlegt meinen Sachbearbeiter aus dem BFW nochmal zur Rede zu stellen, aber ich denke es macht wenig Sinn, denn auch er wird sich rausreden! Zumindest durfte ich bei diesem Antragsverfahren zwei Dinge lernen:

  1. Verlass dich auf Andere und du bist verlassen!
  2. Nimm zu unangenehmen Terminen ein Plakat mit (ohne zu drohen), das reicht schon aus, um respektvoll behandelt zu werden 😉

Der erste Tag bei der deutschen Rentenversicherung

Ich habe mich heute morgen gut vorbereitet und war auf einen langen Tag vor der Geschäftsstelle der deutschen Rentenversicherung eingestellt. Nachdem ich meine Sachbearbeiterin schon von zuhause aus per eMail informiert habe, dass ich ab heute persönlich auf eine Antwort warte, habe ich mich nach meiner Ankunft auch noch bei der Information gemeldet um darauf hinzuweisen, dass ich da bin. 🙂

Die Damen am Empfang haben mich sehr freundlich empfangen und bestätigten mir, dass eineinhalb Jahre Bearbeitungszeit für meinen Antrag eine Unverschämtheit sei, aber auch, dass meine Sachbearbeiterin heute nicht im Hause ist. Da sie sofort gemerkt haben, wie ernst es mir ist, bemühten sie sich direkt um einen anderen Gesprächspartner für mich und es ging dann auch sehr flott, bis sich jemand zur Verfügung stellte. Dieser Herr war natürlich nicht über meinen Fall informiert, tat aber trotzdem sein Bestes um mich zu beschwichtigen. Nachdem er dann festgestellt hat, dass der letzte Eintrag in meiner Akte vom 28.02.2013 ist, wäre ich denen beinahe auf die Palme gestiegen, denn nach diesem Termin hätten mindestens zwei weitere Termine drin stehen müssen (und das sind nur die von denen ich sicher weiß!). Er hat verzweifelt versucht eine Lösung für mich zu finden, weil er unter allen Umständen verhindern wollte (so wirkte es zumindest), dass ich mit meinen Plakaten vor deren Parkplatz ne riesen Welle (in dem Sinne, dass dort direkt eine viel befahrene Hauptstraße ist) mache, daher bat er mich, seinen Vorgesetzten über meinen Fall informieren zu dürfen.

Der Abteilungsleiter kam einige Zeit später ohne meinen vorherigen Gesprächspartner ins Büro und auch er beteuerte, dass er heute nichts für mich tun könne, aber er versicherte mir, dass ich bis spätestens Donnerstag eine Antwort zu meinem Antrag habe! Außerdem will er sich meine nachlässig arbeitende Sachbearbeiterin vorknöpfen, weil das echt ne Frechheit ist, was die mit mir macht… Da sich heute bei der Rentenversicherung wirklich durchweg Alle für mich einsetzen wollten, habe ich dem Abteilungsleiter gesagt, dass ich heute auf meinen Protest verzichte, aber auch, dass ich ab Donnerstag regelmäßig bei denen auf der Matte stehe, wenn ich bis dahin nichts hören sollte!

Da ich habe heute auch erfahren habe, dass meine Sachbearbeiterin morgen in ihrem Regionalbüro hier in Hamm ist (das kommt nur alle 2 Wochen mal vor), werde ich morgen meinen Protest von Münster nach Hamm verlegen. Dort werde ich aber im Gegensatz zu heute auf jeden Fall ab 10 Uhr MIT meinen Plakaten bereitstehen, diesmal triffts definitiv die Richtige!

Meine Medizin hilft mir! Lasst mich endlich umschulen!

… ist die Aufschrift auf meinem Plakat, mit dem ich ab Montag, den 24.06. vor der Geschäftsstelle der deutschen Rentenversicherung Westfalen in Münster auf eine Antwort zu meinem Antrag auf Umschulung warten werde. Dazu habe ich auf Facebook eine Veranstaltung erstellt und hoffe auf Eure Solidarität… ein Klick auf „teilnehmen“ reicht vollkommen aus, vielleicht könnt Ihr mir damit echt weiterhelfen!

Hier mal der Veranstaltungstext:

Da die deutsche Rentenversicherung Westfalen meinen Antrag für eine Umschulung anscheinend nicht bearbeiten möchte, wende ich mich jetzt an die Öffentlichkeit! Dank meiner Medizin bin ich wieder arbeitsfähig, aber genau wegen meiner Medizin spielt die Rentenversicherung auf Zeit, obwohl sie genau wissen, dass ich auf die Umschulung angewiesen bin, um dem Arbeitsmarkt wieder dauerhaft zur Verfügung zu stehen! Zur Erklärung: Ich besitze eine Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle für medizinal-Cannabisblüten aus der Apotheke! Zum 01.07. wäre Umschulungsbeginn und ich habe immer noch keinen Bescheid, dabei hätte ich innerhalb dieser Bearbeitungszeit schon umgeschult sein können! Ab Montag, den 24.06. werde ich daher täglich von 10-16 Uhr (Donnerstag 10-18 Uhr; Freitag 10-13 Uhr) vor der Geschäftsstelle der deutschen Rentenversicherung Westfalen mit meinem Plakat „Meine Medizin hilft mir! Lasst mich endlich umschulen!“ und jeder Menge Joints (nicht zum verteilen, lediglich MEINE Medizin) stehen um auf eine persönliche Antwort zu warten und eventuell etwas Aufmerksamkeit zu erwecken, dass kranke Menschen von der deutschen Rentenversicherung anscheinend auf einem Abstellgleis geparkt werden!

HINWEIS: Dies ist kein Aufruf zu einer Demonstration und auch kein Aufruf zum illegalen Konsum von Betäubungsmitteln in der Öffentlichkeit! Bitte kommt nicht vorbei um mich vor Ort zu unterstützen, sondern zeigt Euch solidarisch, indem Ihr an dieser REINEN ONLINEVERANSTALTUNG teilnehmt und sie so weit verbreitet, wie Ihr könnt!

Dies ist eine Fortsetzung des Artikels Cannabis als Medizin und Umschulung: Welchen Stein können wir Ihnen denn sonst noch in den Weg legen? Ich werde in der kommenden Woche jeden Abend über die Ereignisse des Tages berichten!
Videoaufruf zu dieser Onlineveranstaltung!