Entgegen einhelliger Expertenmeinung entzieht Führerscheinstelle mir den Führerschein

Vor ein paar Tagen habe ich noch darüber berichtet, dass es von Führerscheinstellen rechtswidrig wäre, von einem Patienten eine MPU zu verlangen, der eine Ausnahmegenehmigung für medizinal-Cannabisblüten besitzt und bei dem kein Verdacht auf einen Missbrauch vorliegt. Leider ist das, was Führerscheinstellen machen nicht immer das, was sie auch dürfen und so hat mir die Führerscheinstelle in Hamm in dieser Woche den Führerschein entzogen, obwohl in der Begründung keine Verdacht des Missbrauchs von Cannabis geäußert wird. Das ganze steht im Zusammenhang mit einer Polizeikontrolle Mitte August, bei der mich die Polizei meine Fahrt hat weiter fortsetzen lassen, da sie (bis auf mein Medikament) keine Zweifel an meiner Fahrtauglichkeit hatten!

Auf Nachfrage wurde mir vom zuständigen Sachbearbeiter mitgeteilt, dass ihm die Rechtslage zu diesem Thema nicht eindeutig genug erscheint und in Absprache mit der Juristin der Führerscheinstelle in Hamm angestrebt wird, ein Grundsatzurteil zu diesem Thema zu bewirken. Da ich keine andere Möglichkeit sehe, habe ich meinen Anwalt kontaktiert und werde in den nächsten Tagen Klage gegen dieses Vorgehen einreichen und den sofortigen Entzug meines Führerscheins anfechten! Wenn es da einer grundsätzlichen Entscheidung bedarf, werde ich mich dem stellen, denn ich habe mir im Gegensatz zur Führerscheinstelle nichts vorzuwerfen! Sobald es Neuigkeiten gibt, werde ich hier im Blog darüber berichten.

Führerscheinstellen dürfen bei ärztlich verodnetem Cannabis nur unter bestimmten Voraussetzungen eine MPU anordnen

Am 24.10.2013 fand bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) in Bergisch Gladbach ein Expertengespräch zum Thema THC-Grenzwerte im Straßenverkehr statt. Insgesamt waren ca. 20 Experten vor Ort, darunter Pathologen, Pharmakologen/Toxikologen, Ärzte, Wissenschaftler und Juristen. Auch Dr. Grotenhermen (Vorstand der IACM & Mitarbeiter des nova-Instituts) nahm als Experte an dieser Veranstaltung Teil und so konnte ich als einer seiner Helfer ebenfalls die Gespräche und Diskussionen miterleben.

geballte Expertenpower in der BAST

geballte Expertenpower in der BAST

Da ich mit Dr. Grotenhermen erst spät zur Grenzwertdiskussion dazugestoßen bin und es unter den Experten noch keine einhellige Meinung zu dem Thema gibt, möchte ich darauf auch gar nicht näher eingehen. Viel interessanter für die Leser dieses Blogs dürfte der Vortrag von Dr. Grotenhermen sein, denn er ist explizit auf die Problematik von Cannabispatienten im Straßenverkehr eingegangen. Bei dem Thema waren sich die Experten schnell einig, dass eine Straßenverkehrsbehörde sich gesetzeswidrig über den §24a Abs. 2 StVO hinwegsetzt, wenn sie bei Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung von der Bundesopiumstelle für medizinische Cannabisblüten eine MPU verlangt. Ausnahmen davon gelten nur, wenn es hinreichenden Verdacht gibt, dass ein Patient sein Medikament oder zusätzlich eine andere Substanz missbräuchlich verwendet. Das dürfte jedoch bei den meisten Patienten nicht der Fall sein.

Ein Experte betonte, dass es nicht sein kann, dass Ärzte aufgrund der Füherscheinproblematik nicht frei entscheiden können, welches Medikament sie verordnen können und welches nicht. Man kann davon ausgehen, dass ein Patient nach der Dosisfindung – die im Regelfall 6-8 Wochen andauert und in der ein Patient NICHT fahrtauglich ist – ganz normal ein Kraftfahrzeug ohne Sicherheitsbedenken führen kann und genau dafür wurde auch der Passus „Ausnahmen gelten nur, wenn die verwendete Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen bestimmten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.“ im §24a Abs. 2 StVO ergänzt (damals aufgrund von Opiaten). Einen ausführlichen Artikel und Auszüge aus der Power Point Präsentation von Dr. Grotenhermen gibt es in den ACM-Informationen von heute.

Trotzdem ist das natürlich kein „Freifahrtschein“ für Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle für medizinal-Cannabisblüten. Wir müssen uns unserer besonderen Verantwortung im Straßenverkehr bewusst sein und ggf. auch mal das Auto stehen lassen, wenn wir das Gefühl haben, es nicht sicher führen zu können. Denn eins steht fest: wenn ein Patient mit seinem Medikament im Straßenverkehr Ausfallerscheinungen zeigt oder gar in einen Unfall verwickelt ist, wird genauestens geprüft, ob es nicht mit der verordneten Substanz in Zusammenhang stehen kann!

bast3

Gastbeitrag: Domian und medizinisches Cannabis

Zum wiederholten Male taucht er jetzt schon in diesem Blog auf und dafür bin ich Ihm natürlich sehr dankbar! Heute berichtet mobo von „Kein Wietpas!“ über Domian und wie er zum Thema „Cannabis in der Medizin“ steht.

Ich bin nicht nur Betreiber von „Kein Wietpas!“ und selbst Cannabiskonsument aus medizinischen Gründen, sondern ich bin auch noch ein riesiger Fan der 1Live Radiotalksendung „Domian“. Jürgen Domian (55) ist wohl der beste Ratgeber, den man sich in so ziemlich jeder Lebenslage vorstellen kann. Durch seine langjährige Radiosendung und wegen vieler Fernsehauftritte ist der bekennende Bi-sexuelle Träger des Bundesverdienstkreuzes eine moralische Instanz in Deutschland. Oder gar DIE moralische Instanz. Tausende von Menschen haben sich bereits in aller Öffentlichkeit einen Ratschlag für die verschiedensten Nöte geholt.

Domian hat in vielen Bereichen des Lebens eine sehr liberale Einstellung, die dafür sorgt, dass es häufiger vorkommt, dass man von den abstrusesten sexuellen Neigungen zuerst bei Domian gehört hat. Nur in Punkto Rauschmittel gibt sich das SPD-Mitglied oft stock konservativ. Wenn ein Anrufer irgendwo beiläufig Drogenkonsum erwähnt, wird der Moderator oft hellhörig und gibt dem Konsum die Schuld an dem jeweiligen Problem.

Auch Cannabiskonsum hat er stets kritisiert und rasselte dabei in der Regel die typischen Argumente der Prohibitionisten herunter. Natürlich hat er dabei immer im Hinterkopf, dass er eine gewisse Vorbildfunktion hat und möchte so auch verhindern, dass ihm eine Anstiftung zum Drogenkonsum vorgeworfen werden kann.

In all den Jahren, in denen ich jetzt Domian schon höre ist mir nie ein Statement zur medizinischen Verwendung von Cannabis aufgefallen, dabei ist er beinahe täglich mit Menschen konfrontiert, die zumindest mal Cannabis als Alternativmedizin für ihre Krankheit testen könnten. Doch jetzt hat er meines Wissens nach erstmalig in einer Sendung vom medizinischen Nutzen von Cannabis gesprochen und wollte entgegen seiner Gewohnheit dem Anrufer nicht sofort den Konsum ausreden. Regelmäßige Domian-Hörer dürften die Aussage auf jeden Fall bemerkenswert finden. Auch ist sie ein gutes Indiz, dass sich das Wissen um die Heilwirkung von Cannabis immer weiter verbreitet. Schön, dass es einen neuen Mitstreiter gibt!

Die Folge, um die es geht, könnt Ihr Euch hier anhören. Den Anrufer, um den es geht, hört man ab 45.50min. und die explizite Stelle beginnt ab 51.45min.

Reisebericht Enschede – freundliche Lüftungsaktion des Zolls

Gestern waren wir zu viert in Enschede. Ich hatte mobo von Kein Wietpas! und zwei weitere Freunde im Gepäck. Dazu hat mobo einen Reisebericht geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Neben dem obligatorischen Getränkedoseneinkauf und dem Marktbesuch mit Kibbelingkonsum haben wir die in Enschede seit eh und je praktizierte sprichwörtliche Gastfreundschaft und Toleranz genossen…

Zuerst waren wir im “Cafe Mix”, der wohl einladendste Coffeeshop Enschedes. Regelmäßige Besucher wissen wohl, dass die Qualität der angebotenen Ware durchaus schwankt, diesmal hatten wir aber mit dem Silver Haze was gutes erwischt, und der Bongraucher unter uns war mit dem Caramello wohl auch recht zufrieden. Danach haben wir dem Kosmic Kitchen erneut einen Besuch abgestattet und ein wenig über das umgehängte Plakat geplaudert. Die Begründung fand ich definitiv nachvollziehbar: Der Ursprüngliche Platz in der Eingangstür würde einem zufällig vorbeigehenden Passanten oder gar Polizisten das Wort “Wiet” in die Augen springen. Da ein Smartshop unter einer besonderen Beobachtung steht möchte man vermeiden, dass irgendwo die Möglichkeit der Verwechslung mit einem Coffeeshop bestehe – denn Smartshops werden auch gerne mal geschlossen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Daher hat man vorgezogen, das Plakat lieber im Inneren aufzuhängen. Allerdings tausche ich es demnächst gegen die große Version aus, so dass es dann kaum zu übersehen sein wird.  Wer noch nie in dem Laden war: Besucht ihn! Man fühlt sich dort gut aufgehoben und sehr freundlich behandelt!

Im Anschluss ging es weiter ins “Black Sea”. In dem Shop war ich länger nicht, aber ich habe vor kurzem gesehen, dass die dort (als einziger Shop in der Gemeinde) ein Ice-O-Lator auf der Karte hatten, worauf unser Bongraucher sich gefreut hat. Seiner Aussage nach war die Qualität sehr zufriedenstellend. Die erste Etage lädt zum längeren Verweilen ein.  Wir anderen zogen aber die Tüte vor – und darin ein Gras, dass ich bis dato auch noch nicht auf einer Karte in Enschede gesehen habe: Haagse Top – Bio-Wiet! Es hat sehr lecker gerochen und geschmeckt. Eine absolute Empfehlung. Wird definitiv meine neue Lieblingssorte aus der Stadt. Hoffentlich bleibt es auf der Karte. Das Black Sea habe ich in meinen letzten Besuchen eigentlich ohne Grund gemieden. Doch damit ist es jetzt vorbei. Positiv auch anzumerken der kostenlose Kaffee!

Danach hiess es Rückfahrt – was sich im Nachhinein als interessantester Teil des Tages herausgestellt hat! Unser Fahrer dürfte Euch kein Unbekannter sein: Manuel, mein Kollege von der Drug Education Agency und Blogger von Ausnahmemedizin. Da er aufgrund seiner chronischen Schmerzen über eine Ausnahmegenehmigung für Cannabis besitzt und somit Cannabis ausschliesslich aus medizinischen Gründen konsumiert ist er medizinisch, psychologisch und auch juristisch dazu in der Lage, ein Fahrzeug zu führen. Bestätigt wurde dies bereits durch eine freiwillige, bestandene MPU, durch Ärzte, Juristen und Polizisten. Jeder, der bei ihm schon einmal Beifahrer war, kann bestätigen, dass er ein verantwortungsvoller, sicherer und sehr guter Autofahrer ist. Würde er sich zu irgendeinem Moment unsicher fühlen, würde er nicht fahren.

Nachdem wir gerade die Grenze passiert haben kamen uns auf leerer Straße (B54) zwei Fahrzeuge des deutschen Zolls entgegen – die an der Grenze einen U-Turn machten uns dann wieder aufholten und uns mit modernster LED-Technik zu verstehen gaben, doch bei der nächsten Abfahrt die Bundesstraße zu verlassen, wo die vier Zöllner uns einer Kontrolle unterzogen. Zuerst wurde der Beifahrer heraus gebeten und befragt. Wo wir waren, was wir gemacht haben – das Übliche. Auf die Anmerkung, dass aus dem Wagen ein “süßlicher Duft” ströme, antworte er nur Wahrheitsgemäß “Wir haben einen Cannabispatienten bei uns – der darf das”

Mit so etwas rechnen Zöllner im Deutsch/Niederländischen Grenzgebiet nicht. Generell ist sowas für einen Staatsdiener ein ungewöhnlicher Fall, denn bei knapp 80 Millionen Bundesbürgen fällt eine niedrige dreistellige Zahl an Patienten mit Genehmigung kaum auf. Und so schauten sich die Zöllner fasziniert die Ausnahmegenehmigung an. Ein Zöllner kannte so etwas bereits von einem Tourettepatienten. Trotzdem sieht man sowas ja nicht alle Tage.

Leibesvisitationen an uns brachte natürlich nichts zu Tage. Und auch nach der Durchsuchung des Autos, die recht lange dauerte aufgrund der unzähligen Einkaufstüten vom Markt im Kofferraum. Irgendwann hiess es dann “So, das war es! Sie können weiterfahren.”

Wir haben für sie aufgeräumt und gelüftet!

Ein wenig ungläubig sind wir dann zurück zum Auto, haben die ausgeräumten Tüten zurück in den Kofferraum gelegt und uns wieder ins Auto gesetzt. Im Aschenbecher ein angerauchter Joint, neu positioniert vom Zoll!

Die Zöllner haben realisiert, dass Cannabis für Manuel eine Medizin ist. Sie ihm wegzunehmen käme einer Körperverletzung gleich. Die unbestrittene Tatsache, dass dieser Joint nach Deutschland eingeführt wurde, schienen die Zöllner zu tolerieren.  Ich will in dieses Ereignis jetzt nicht zu viel hineininterpretieren. Grund dürften wohl die fehlenden Dienstvorschriften in Verbindung mit drohendem Aktenwälzen sein. Allerdings war das ganze schon ein wichtiger Schritt in einer Revolution, die längst auch in Deutschland angekommen ist – die Akzeptanz von Cannabis als Medizin. Und nichts anderes ist unser Gras.

P.S.: Für alle Enschede-Fans und -Interessierte: In der kommenden Folge der DEA, die Anfang nächster Woche erscheinen wird, gibt es ein Enschede-Special von mir. Seid gespannt!

medizinische Cannabis-Migration innerhalb der U.S.A.

In den U.S.A. ist eine große Migrationsbewegung in Richtung der Staaten entstanden, die die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlauben, das berichtet die Zeitung The Gazette.

Dabei spielen sowohl das Alter sowie die kulurelle Herkunft der Patienten keine Rolle. Arme und Reiche Menschen, Eltern mit Ihren kranken Kindern, Muslime und konservative Christen verlassen Ihre Heimat, Ihre Familien, Ihre Freunde und geben Ihre Karrieren auf, um für sich und Ihre Kinder die notwendige Medizin zu bekommen, nachdem sie mit herkömmlichen Arzneimitteln keinen Erfolg hatten. Sie nennen sich selber „Marijuana Refugees“ und die meisten verschlägt es nach Colorado um das Cannabis-Öl zu bekommen, das den Anschein hat, medizinische Wunder bewirken zu können.
18 Familien sind bereits in den letzten Monaten nach Colorado gezogen und 14 weitere werden in kürze Folgen und das ist nur die Spitze des Eisbergs, wie Dr. Margarete Gedde, eine Pathologin aus Colorado Springs berichtet. Die Migrationsbewegung wurde ausgelöst, nachdem diese beeindruckende Geschichte zweier Kinder aus Colorado bekannt wurde.

über Vaporizer für Kein Wietpas!

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mobo von „Kein Wietpas!“ mich über Monate hinweg genervt hat, dass ich unter die Blogger gehen soll! Seitdem er mich „überredet“ hat unterstützt er mich wo er kann, weil ich nicht gerade technisch versiert bin. Jetzt hat mobo ein Crowdfunding für seine „Kein Wietpas!“-App gestartet und ich bekomme die Möglichkeit mich zu revanchieren und ihn zu unterstützen. Die Gelegenheit möchte ich natürlich nutzen und freue mich, Euch schon jetzt mitteilen zu können, dass die App auf jeden Fall bald erscheint!

Alles, was ich dafür tun muss, um mobo zu unterstützen ist, diesen gesponsorten Artikel über Vaporizer zu verfassen, und weil ich dieses Thema sowieso schon einige Zeit im Hinterkopf hatte, fällt mir das gar nicht so schwer 😉 Ich besitze mittlerweile vier verschiedene Vaporizer und denke, dass das Verdampfen die Beste Möglichkeit der medizinischen Einnahme von Cannabis ist. Denn beim Verdampfen entstehen keine giftigen Verbrennungsstoffe bei einer exakt eingestellten Temperatur der Vaporisatoren und die passende Dosis ist schnell gefunden, ähnlich wie es beim Rauchen der Fall ist. Bei allen anderen gesunden Alternativen der Einnahme (meist als Tee oder Gebäck über den Magen) ist Cannabis deutlich schwerer zu dosieren. Erfahrene Patienten wissen, wie sie Ihre Medizin am Besten einnehmen können, allen anderen empfehle ich der Gesundheit zu Liebe einen Vaporizer. Zuhause nutze ich meistens den „Volcano“ und für unterwegs habe ich mir den „Arizer Solo“ gekauft. Ich bin mit beiden Geräten sehr zufrieden, aber möchte hier jetzt keine langen Erfahrungsberichte schreiben, weil es hier schon eine große Auswahl an Erfahrungsberichten gibt. Wem das nicht genügt, der kann hier noch einige Testberichte des grow! Magazin durchforsten 😉

DEA 33

Hier die neue Ausgabe der DEA, diesmal berichte ich über den Cannabinoid Kongress der IACM, der am 27. und am 28. September in Köln stattgefunden hat.

Mein Beitrag in Textform:

Ja Hallo liebe DEA-Gemeinde und Herzlich Willkommen zu einer Sonderausgabe der IACM-Informationen. Heute möchte ich Euch von der Cannabinoid-Konferenz berichten, die am 27. und 28. September im Leonardo Royal Hotel in Köln stattgefunden hat. Die Cannabinoidkonferenz wird in einem Rhythmus von 2 Jahren von der IACM organisiert und ist der weltweit größte Kongress zum Thema Cannabis in der Medizin.
Etwa 130 Wissenschaftler, Ärzte, Studenten und andere Teilnehmer nahmen in diesem Jahr am Cannabinoidkongress teil. In über 20 Vorträgen aufgeteilt auf 2 Tage wurden intensiv die Bedürfnisse der Patienten thematisiert und es wurde ebenso darauf eingegangen, wie man niedergelassenen Ärtzen mehr Sicherheit und Wissen zu cannabinoidhaltigen Medikamenten vermitteln kann. Auch die Pharmaindustrie kam in einer Vortragsreihe zu Wort, daher würde ich behaupten, dass auf diesem Kongress das Thema Cannabis als Medizin Ganzheitlich und von allen Seiten ausführlich beleuchtet wurde. Die Tage in Köln waren sehr interessant und es gab viele lebhafte Diskussionen auf einem hohen Niveau mit gutem Essen in einer herzlichen Atmosphäre.
Die Vorträge des Kongresses wurden vom Team der DEA aufgezeichnet und werden innerhalb der kommenden Wochen oder Monate auf der IACM-Webseite für Mitglieder des IACM verfügbar gemacht. Außerdem kann man die Kurzfassungen der Vorträge und Poster im Reader (Abstract-Buch) auf der Kongress-Webseite unter http://www.iacm2013.org einsehen. Die nächste Cannabinoidkonferenz des IACM findet voraussichtlich vom 17.-19. September 2015 in Sestri Levante in Italien statt.
Eine ganz besondere Ehre war es für mich persönlich, Prof. Dr. Rafael Mechoulam aus Israel kennenlernen zu dürfen, der genau vor 50 Jahren im Jahr 1963 als erster Mensch das THC aus der Cannabispflanze isolieren konnte.
So weit erstmal wieder zu den IACM-Informationen… bis zum nächsten Mal, ich bin raus!

Polizeikontrolle eines Cannabispatienten im FDP Wahlkampf

Der Höhepunkt einer tristen Wahlkampfveranstaltung der FDP mit Guido Westerwelle heute war vermutlich diese Personenkontrolle eines Cannabispatienten… Recht unspektakulär, und trotzdem das spannendste, was es heute auf dem Marktplatz in Hamm zu sehen gab 🙂 Man kann sich nicht immer aussuchen, wann und wo man als Patient seine Medizin einnimmt und wenn der Bundesaußenminister mal zu Besuch in der Stadt ist, möchte man es sich als politikinteressierter Mensch nicht nehmen lassen, diese Veranstaltung zu besuchen!

Die neue Ausgabe der Drug Education Agency

Vor ein paar Tagen ist die neue Folge der Drug Education Agency (DEA 31) auf Youtube erschienen! Diesmal gibts mehr Videomaterial von mir in einer Folge, als in den letzten zehn Folgen zusammen 🙂 Dabei berichte ich über eine interessante Studie aus den U.S.A., in der es darum geht, dass der Alkoholkonsum und die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle in den Bundesstaaten deutlich gesunken ist, in denen die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt ist und ich führe gemeinsam mit Markus Berger ein Interview mit DEM Cannabisexperten in Deutschland: Dr. med. Franjo Grotenhermen!
Natürlich sind aber auch wieder viele andere interessante Beiträge in diesem „Hanf-Special“ der DEA mit dabei, solltet Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen, falls Ihr die Sendung bisher verpasst habt!

Geburtstag: 10 Jahre medizinisches Cannabis in den Niederlanden

geschrieben von mobo und veröffentlicht auf Kein Wietpas!

mobo im kh

mobo im Krankenbett nach Rückenoperation. Cannabis hilft auch ihm!

Seit mehr als 40 Jahren ermöglichen die niederländischen Coffeeshops die Versorgung der Bevölkerung mit Cannabis. Das Modell richtet sich vornehmlich an prokreative Konsumenten, aber natürlich ist es auch immer die bestmögliche Versorgungsquelle für Patienten gewesen, die so problemlos an Cannabis kommen konnten. Aber natürlich sind die Ansprüche für medizinische Konsumenten ein wenig anders als die von “Spaßkonsumenten”: Gleichbleibende Qualität und geringe Wirkstoffschwankungen sind bei einer Verwendung als Arzneimittel unabdingbar. Und so wurde in den Niederlanden im September 2003 kranken Menschen die Möglichkeit geschaffen, sich Cannabis ärztlich verschreiben zu lassen und eine standardisierte Qualität in der Apotheke erwerben zu können. Das medizinische Angebot wird von der Firma Bedrocan geschaffen, die mittlerweile vier verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Wirkstoffzusammensetzungen anbieten.

Aktuell gibt es in den Niederlanden 2000 Patienten, die Cannabis ärztlich verschrieben konsumieren. Tendenz: Steigend! (zum Vergleich: In Deutschland gibt es etwas weniger als 200 Patienten mit Ausnahmegenehmigung) 2012 wurden in den Apotheken insgesamt 11.000 Einzelrezepte eingelöst, 2013 werden 13.000 erwartet. Gleichzeitig ist Bedrocan auch Exportweltmeister für medizinisches Cannabis: die markanten gelben Dosen werden in allen europäischen Ländern mit einem medizinischen Cannabisprogramm verkauft. In all diesen Ländern geht der Trend auch nach oben. Bedrocan hat oft Lieferschwierigkeiten und vergrößert ihre Produktion ständig. Natürlich läuft nicht alles problemlos, die Preise sind (wahrscheinlich auch aufgrund fehlender Konkurrenz) astronomisch hoch, weshalb viele Patienten lieber auf Schwarzmarktware zurückgreifen wollen oder müssen.

Aber der Weg ist ein Richtiger!