Ab Montag gehe ich umschulen…

… so bin ich heute zumindest mit dem Prokuristen, dem leitenden Arzt und meinem Sachbearbeiter im Berufsförderungswerk verblieben, nachdem ich heute um 10:15 Uhr endlich eine feste Zusage für die Kostenübernahme einer überbetrieblichen Umschulung im BFW von der deutschen Rentenversicherung bekommen habe.

Um 10.15 Uhr, als ich schon auf dem Weg zur Geschäftsstelle der DRV in Münster war, kam dann der Anruf meines Gesprächspartners von gestern und er teilte mir mit, dass die DRV als Kostenträger bereit ist, mir meine Umschulung zu finanzieren (egal ob betrieblich außerhalb oder überbetrieblich im BFW). Allerdings wurde die Forderung gestellt, dass ich bei meinen zukünftigen Arbeitgebern mit offenen Karten spiele.

Mit meinem Vater, den ich in der Zwischenzeit noch abgeholt habe, und dieser tollen Neuigkeit habe ich mich auf den Weg zum Berufsförderungswerk gemacht um dort mit meinem Sachbearbeiter über die neue Situation zu sprechen. Er wirkte verständnisvoll aber er sagte auch, dass er das weitere Vorgehen nicht allein entscheiden könne. Er bemühte sich sofort, dass alle weiteren Entscheidungsträger im Haus schnell für mich Zeit haben und so kam es dann auch, dass ich gemeinsam mit meinem Vater, dem Sachbearbeiter, dem medizinischen Leiter und dem Prokuristen des BFW in einem Raum über diese besondere Situation (von beiden Seiten) diskutierten. Der Standpunkt des BFW war, dass man, nur weil man einem Patienten hilft, nicht 600 Andere gefährden kann, was ja auch erstmal einleuchtend und verständlich ist. Daher habe ich den Mitarbeitern des BFW heute aufgezeigt, wie es möglich ist, mir zu helfen ohne jemand Anderem zu schaden: Jetzt besteht für mich die Auflage darin, dass ich mein Cannabis im BFW nur in den Pausen unter Aufsicht eines Arztes zu mir nehmen darf. Außerdem darf ich es nicht inhalieren, sondern muss es oral einnehmen und ich darf im BFW nicht öffentlich mit meinen Mitschülern über mein Medikament reden! Dies wird bis Montag vertraglich festgehalten und nach meiner Unterschrift kann ich endlich mit meiner Umschulung beginnen…

Ich finde diese Auflagen zwar hart und fühle mich dadurch immer noch ein Stück weit diskriminiert, aber das sind Kompromisse die ich für eine bessere Zukunft gerne eingehe. Auch wenn ich immer noch nichts schriftlich habe, gehe ich davon aus, dass meiner Umschulung  jetzt nichts mehr im Wege steht. Montag habe ich einen Einführungstag und am Dienstag soll es losgehen!

6 Gedanken zu “Ab Montag gehe ich umschulen…

  1. Echt coole Sache! Was so ein Plakat und konsequente Hartnäckigkeit doch für „Wunder“ bewirken kann.
    Aber was verklemmte Ars….er… – ist ja echt nicht zu fassen. Nicht übers Medikament reden dürfen… es nicht inhalieren dürfen (hoffentlich verschluckst Du Dich nicht aus Versehen mal an einem Kekskrümel – und man legt Dir das dann als „inhalieren“ aus 😉 ), nur unter Ärztlicher Aufsicht – obwohl Du ansonsten die „Lizenz“ zur Selbstmedikation besitzt.
    Mir kam spontan folgendes:
    „Gras“, Cannabis“, „Marihuana“, usw. usf. sind in der Kommunikation tabu – ist OK. Hingegen „Bedrocan“, „Bediol“, „Bedica“… die in einem Verdampfer erhitzt und dann inhaliert werden müssen um Dir am effektivsten zu helfen… ist doch nun wirklich nichts anderes wie wenn sich jemand Kamille in heißes Wasser wirft und sich das Handtuch überschwingt. In der Apotheke gibts für die Nebenhölenfreaks derart viele Inhalatoren… da fallen viele Vaporisatoren garnicht zwischen auf.
    P.S.
    Ich lese alles von Dir mit Begeisterung bin aber momentan an mehreren privaten und arbeitstechnischen Baustellen derart hinten gegen, das mir leider für´s Kommentieren keine Zeit bleibt… ;-( Aber mach trotzdem bitte weiter! Ist echt super das so verfolgen zu dürfen!

  2. Ich bewundere Deine Hartnäckigkeit! DU hast dadurch für Dich selber schon eine Menge erreicht. Dass Du Deine Medizin geheim halten mußt, finde ich aber eigentlich eine Frechheit. Ich denke nicht, dass ein solches „Verbot“ vor einem anständigen Gericht stand halten würde. Solange Du Deine Medizin dezent zu Dir nimmst und niemanden dadurch „störst“ sollte doch alles in Ordnung sein…
    Warum Du nicht mit anderen darüber reden darfst, erschließt sich mir nicht ganz. Dafür gibt es meines Erachtens keinerlei Rechtsgrundlage.

    Ich wünsche Dir jedenfalls einen guten Start in die Umschulung und viel Erfolg! Auch wenn es Dir jetzt vielleicht noch nicht bewußt bist: DU bist der Vorkämpfer für viele und hast schon einiges bewirkt…!

  3. Erst mal Herzlichen Glückwunsch das die Umschulung klappt. Die Auflagen sind schon erst mal merkwürdig, definitiv. Trotzdem denke oder hoffe ich das hier immer noch die fehlenden Grundlagen der meisten das Problem sind. Die Niederländer haben uns nicht nur Fremdsprachen voraus, da wird definitiv beim Thema Hanf noch realistischer und Informierter agiert.

  4. Auch von mir Glückwunsch, das es mit der Umschulung nun
    doch klappt. Ich glaube allerdings nicht wie nummer14, das
    die irrsinnigen Auflagen etwas mit fehlendem Grundlagenwissen
    zu tun haben. Das riecht verdächtig nach krankhafter, deutscher
    Kontrollfreakmentalität.

  5. Hallo, habe im grow! und acm-Mitteilungen von der neuen Schikane gehört: Mein Vorschlag (neben den anderen Wegen) mache Selbstunterricht zu den noch offenen Themen und führe Buch (Tagesabrechnung) darüber. Damit drückst Du Deine Ausfallstunden, wenn irgendeine Möglichkeit besteht, die Ausbildung fortzusetzen. Ich drück Dir die Daumen.

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